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The Incredible Melting Man, 1977 – ★★★★

DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN*
(THE INCREDIBLE MELTING MAN, USA, 1977, Regie: William Sachs)

Bei einem Testflug mit einer Rakete wird der Astronaut Steve West verstrahlt, schafft aber eine Notlandung zurück auf die Erde. Schwer verletzt angekommen, beginnt sich sein Körper immer mehr zu zersetzen, was auch seinem Verstand zusetzt. Er bricht aus der Klinik aus und tötet jeden, dem ihm über den Weg läuft. 

William Sachs Schmelzmann-Scifi-Horrorfilm ist eine Hommage an das Monsterkino der 50er-Jahre, insbesondere an FIRST MAN INTO SPACE (1959) von Robert Day, in dem ebenfalls einem Raumfahrer sein Testflug nicht bekommt und als unheilbringendes Ding zurückkommt. Fehlte bei FIRST MAN INTO SPACE noch die Farbe, bekommt man sie in DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN mit aller Kraft geliefert. Sachs Film ist ein buntes Monster-Splatter-Vergnügen, dem der Charme des 70er-Jahre-Kinos nur so anhaftet. 

Nachdem man den interstellaren Unfall mit Hilfe einiger Archivaufnahmen präsentiert bekommt, startet die Geschichte um den Raumfahrer Steve West (Alex Rebar) in einem Krankenhaus, in dem er mit bandagiertem Kopf erwacht. Als er erkennt, was mit seinem Äußeren passiert ist, dreht er durch und zieht eine Spur des Todes hinter sich her. Gleich zwei bekannte Herrschaften haben an dem hervorragenden Schmelzmann-Kostüm gearbeitet: Rick Baker und Rob Bottin als Assistent. Das langsame Zerlaufen von Wests Körper ist eine eklige Angelegenheit. Sein Körper ähnelt einer Pizza mit extra Käse. Er tropft, er schleimt, West ist dem Tode geweiht. Doch vorher versetzt er die umliegende Gegend einer Kleinstadt in Angst und Schrecken und wird schließlich in einer Geheimmission von der Army gejagt. Davon bekommt man allerdings nicht viel mit, denn es dreht sich vielmehr um Wests besten Freund Dr. Ted Nelson (Burr DeBenning), seiner Frau Judy (Ann Sweeny) und General Perry (Myron Healey). Drei langweilige Figuren, die durch die vielen anderen skurrilen Figuren, wie z.B. rauchende Kinder und ein schrulliges altes Ehepaar, fast zur Nebensächlichkeit verkommen, auch wenn sie immer wieder ins Zentrum gerückt werden. 

Sachs zeigt ein paar derbe Ekel- und Gore-Szenen, die für einen Monsterfilm fast ungewöhnlich hart sind. DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN funktioniert als Hommage an das klassische Monsterkino der 50er-mit den Stilmitteln der 70er-Jahre. Auch die Fotografie kann sich sehen lassen und liefert, vor allem ab der zweiten Hälfte, einige sehr atmosphärische Bilder, wenn der Schmelzmann durch die Gegend schlurft und von seinem eigenen Schicksal gequält wird.

DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN ist ein charmanter Monsterfilm, dem man die Liebe seiner Macher an allen Ecken und Enden ansieht. 

(Bjoern Candidus)

*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“

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