DER MANN VON HONGKONG
(THE MAN FROM HONG KONG, Australien, Hongkong, 1975, Regie: Brian Trenchard-Smith)
Um den Drahtzieher einer Drogenlieferung aus China zu ermitteln, wird der chinesische Cop Fang nach Down Under zitiert, um den verhafteten Kurier zu verhören. Doch bevor er ihn zum Reden bringen kann, wird der Mann erschossen. Für Fang beginnt ein gefährlicher Auftrag, bei dem er von den beiden Cops Morrie Grosse und Bob Taylor unterstützt wird.
Wer mal wieder eine komplexe Story mit spannenden Twists erleben möchte, dem sei DER MANN VON HONGKONG nun wirklich nicht empfohlen. Wer aber hochdosierte Action vor der traumhaftschönen Naturkulisse Australiens erleben möchte, ist hier genau richtig. Brian Trenchard-Smith hat mal wieder bewiesen, dass er ein Händchen für pure Unterhaltung hat und bringt hier das Hongkong-Action-Kino nach Australien, um den Boden beben zu lassen. Unterstützt wurde er als Regisseur von seinem chinesischen Hauptdarsteller Jimmy Wang Yu als Fang, der einige seiner Action-Szenen als Regisseur selbst inszenierte.
Von Beginn an, wenn es zum ersten Kampf am Ayers Rock kommt, darf man sich von Trenchard-Smith Geschick für das inszenieren von Action-Szenen überzeugen lassen. Egal ob in der Luft oder auf dem Boden, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto, DER MANN VON HONGKONG steht nicht still und teilt aus. Jimmy Wang Yu lässt hier seine Fäuste und Füße in alle Richtungen schnellen, um seine Angreifer auszuschalten. Neben fernöstlicher Kampfkunst kommen auch immer wieder Hieb- und Stichwaffen zum Einsatz, die einige blutige Wunden mit sich ziehen.
Neben Yu als Fang darf auch Ex-James Bond-Darsteller George Lazenby als Gangsterboss Wilton eindrücklich seine Kampfkünste präsentiert. Freuen darf man sich auch auf Hugh Keays-Byrne und Roger Ward, die man als Toecutter und Fifi aus MAD MAX (1979) kennt. Hier spielen sie die Cops Morrie Grosse und Bob Taylor. Ebenso an Bord: Grant Page als Attentäter. Page blieb dem australischen Kino ebenfalls treu und tauchte ein paar Jahre später wieder als Killer in TRUCK DRIVER (1981) auf.
Auch wenn es zwischendurch mal kurz nach Hongkong geht, steht Australien ganz klar im Fokus, und Trenchard-Smith war offensichtlich bedacht darauf, einem möglichst viele unterschiedliche Schauplätze zu zeigen. Es geht nach Sydney und ins Umland, wo Fang mit dem Gangsterboss Wilton und seinen Männern konfrontiert wird. Man darf sich nicht nur auf perfekt geschnittene Action-Szenen freuen, sondern auch auf eine hervorragende Fotografie, die Trenchard-Smith Inszenierung jederzeit hochwertig erscheinen lässt.
DER MANN VON HONGKONG muss sich nicht vor seinen James Bond-Vorbildern oder vor dem ähnlich gelagerten DER MANN MIT DER TODESKRALLE (1973) verstecken. Trenchard-Smith liefert ein handfestes, visuell ansprechendes Action-Gesamtpaket.
(Bjoern Candidus)