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A Pistol for Ringo, 1965 – ★★★★

EINE PISTOLE FÜR RINGO
(UNA PISTOLA PER RINGO, Italien, Spanien, 1965, Regie: Duccio Tessari)

Der Mexikaner Sancho überfällt mit seiner Bande eine Bank und verschanzt sich auf der Finca von Major Clyde, wo der alte Herr mit seiner Tochter und seinen Angestellten lebt. Der ansässige Sheriff und seine Leute stehen vor einer brenzlichen Situation. Dann kommt ihnen die Idee, den wegen Vierfachmordes (eigentlich war es Selbstverteidigung) inhaftierten Ringo in die Mission zu schicken. Gegen einen sofortigen Freispruch und 30 % des geklauten Geldes geht er den Deal ein. 

Duccio Tessari (BLUTSPUR IM PARK, 1971) schickt hier Guiliano Gemma als smarten Revolerheld Ringo in seinen ersten Italowestern. Mit im Gepäck ist die schöne Nieves Navarro und Fernando Sancho. 

Statt der gern genommen Rache-Story hat man es in EINE PISTOLE FÜR RINGO mit einer Geiselnahme auf einer Finca zu tun. Mindestens die Hälfte des Films spielt in der weitläufigen Villa von Major Clyde, wodurch sich die Inszenierung zu einem Kammerspiel macht, in dem es zu vielen Gesprächen kommt, die die Charaktere vertiefen. Von Langeweile ist hier allerdings nicht die Rede, denn es kommt zu genug Spannungen, aber auch zu Humor, der nie zu Quatsch verkommt. Trotz einer gewissen Leichtigkeit, die vor allem durch den gewitzten Ringo aufkommt, kommt es zu einigen Schießereien mit vielen Toten. Auf Blut wird hier allerdings mal wieder verzichtet. 

Guiliano Gemma macht sich wirklich gut als Ringo, der hier auch „Engelsgesicht“ genannt wird. Interessanterweise hat Gemma hier blonde statt braune Haare, während sich Nieves Navarro als dominante Mexikanerin mit schwarzen statt wie sonst mit blonden oder roten Haaren zeigt. Aber diese Frau entstellt ohnehin gar nichts. Fernando Sancho ist natürlich zum gefühlt 1000. Mal als Mexikaner vertreten, und ich liebe ihn jedes Mal dafür.

Neben den vielen Aufnahmen in der Finca gibt es natürlich auch noch reichlich Eindrücke der beliebten Wüste von Almería, die von einem weiteren schönen Score von Ennio Morricone untermalt werden. Was mir bisher noch nie in einem Italowestern begegnet ist, wird hier zelebriert: Weihnachten, und es gibt sogar einen Tannenbaum, dem man gegen Ende nicht gut gesonnen ist. 

EINE PISTOLE FÜR RINGO ist ein gut besetzter Italowestern mit einer guten Story und reichlich Blei, was durch die Lüfte fliegt. 

(Bjoern Candidus)

←Texas, Adios, 1966 – ★★★★½
Sartana Kills Them All, 1970 – ★★★→

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