DJANGO UND SARTANA – DIE TÖDLICHEN ZWEI
(UNA LUNGA FILA DI CROCI, Italien, 1969, Regie: Gabriele Crisanti)
An der Grenze zwischen den USA und Mexiko kommt es immer wieder zum Menschenschmuggel. Gegegen Geld werden Mexikaner in die USA gebracht, um als billige Arbeitskräfte illegal zu arbeiten. Das ruft die beiden Kopfgeldjäger Johnny Brandon und Everett Murdock auf den Plan, die sich die 20.000$ gemeinsam verdienen wollen, die für Fargo und seine Bande ausgeschrieben wurde.
Gabriele Crisanti hat mit DJANGO UND SARTANA – DIE TÖDLICHEN ZWEI ein ordentlichen Italowestern gezimmert, der mal wieder den beliebten USA-Mexiko-Konflikt aufgreift, aber diesmal in Form von Menschenschmuggel und dem Profit, den man daraus zieht. Zudem bekommt man es gleich mit zwei Kopfgeldjägern zu tun, die für den deutschen Markt Django und Sartana getauft wurden. Die beiden Kopfgeldjäger werden von Anthony Steffen und William Berger gespielt, die beide Gold wert sind. Steffen spielt Johnny Brandon (Django) cool und wortkarg, während Berger den eiskalten Everett Murdock (Sartana) verkörpert, dem die Durchtriebenheit geradezu aus dem Gesicht fällt. Hätte Berger die Rolle nicht bekleidet, wäre Kinski der beste Ersatz gewesen. Menschenhändler Fargo wird von Riccardo Garrone verkörpert, der erst mal unscheinbar daherkommt, aber verdorben bis aufs Blut ist.
Neben vielen Schießereien, bei denen fleißig gestorben wird, rückt Garrone die Geschichte und ihre Figuren immer mehr in den Vordergrund, und besonders das Verhältnis zwischen Brandon und Murdock hat mir gefallen und mündet in einem ziemlich langen, spannend inszenierten Finale.
Ein weiterer Pluspunkt geht an die Naturkulisse. Gedreht wurde diesmal nicht in Spanien, sondern in Italien. DJANGO UND SARTANA – DIE TÖDLICHEN ZWEI spielt offensichtlich im Herbst. Viele Bäume und Sträucher mit vertrockneten Blättern zieren die Kulisse, in die vor allem Anthony Steffen perfekt herein passt. Etwas sonderbar klingt der Score, der besser in einem Poliziottesco aufgehoben gewesen wäre.
DJANGO UND SARTANA – DIE TÖDLICHEN ZWEI ist ein dreckiger, sehr atmosphärischer Western mit zwei Genre-Ikonen, die die simple Geschichte über 100 Minuten ausgleichen können.
(Bjoern Candidus)