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Alien: Romulus, 2024 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

ALIEN: ROMULUS
(GB, USA, Ungarn, Australien, Neuseeland, Kanada, 2024, Regie: Fede Álvarez)

Die Waise Rain hofft endlich die Bergbau-Kolonie verlassen zu dürfen, in der sie über viele Jahre schuften musste. Doch der Weyland-Yutani-Konzern denkt nicht daran sie zu entlassen und verdonnert sie zu weiteren Jahren Arbeit. Gemeinsam mit dem Android Andy und ein paar ihrer Kollegen flüchtet sie von dem Planet, um in das Yvaga-System zu entkommen. Doch dafür brauchen sie Cryokammern, da die Reise neuen Jahre dauern wird. Sie stoßen auf die im All herumtreibende Raumstation Romulus-Remus, auf der sie sich die gewünschten Cryokammern erhoffen zu finden. Sie betreten die verlassene Wissenschaftsstation und erwecken einen Alptraum. 

Nachdem mich das Alien-Franchise nach ALIEN – DIE WIEDERGEBURT (1997) nicht mehr abholen konnte, lag die Hoffnung auf eine für mich interessante Rückkehr in weiter Ferne, und nach ALIEN: COVENANT (2017) vergingen weitere sieben Jahre, bis ALIEN: ROMULUS das Licht der Welt erblicken sollte. 

Regie führte diesmal Fede Álvarez
(EVIL DEAD, 2013), der ALIEN: ROMULUS zeitlich zwischen ALIEN (1979) und ALIENS – DIE RÜCKKEHR (1986) angesiedelt hat, ohne inhaltlichen Einfluss auf die nachfolgenden Filme zu nehmen. Álvarez füllt quasi eine künstlich erzeugte Lücke, und in großen Teilen hat mich das gut unterhalten.

Regelrecht begeistert war ich von Beginn an vom Design der Raumschiffe, Stationen und von der Kolonie, die mir sofort das Gefühl vermittelt haben, mich im Alien-Universum zu befinden. Alles ist schön dreckig, düster und in Braun- und Gelbtönen getränkt. Sehr schön sind auch die Szenen auf der Weyland-Yutani-Kolonie. Die CGI-Effekte sind sehr gut, noch besser sind die animatronischen und das gesamte Alien-Design, egal in welchem Stadium es sich befindet. Gerade die Facehugger-Attacken sind sehr gelungen und ein gutes Beispiel für den Einsatz von Modellen, die immer über den Kreationen stehen, die aus dem Rechner stammen, wobei manche auch an diesem entstanden sind. ALIEN: ROMULUS ist insgesamt ist ein tolles Beispiel, wie gut haptische und digitale Effekte miteinander harmonieren können. Das hat für mich auch bei Ian Holms digitaler Wiederauferstehung als Android relativ gut funktioniert. Über den Sinn oder Unsinn dieser digitalen Wiederauferstehung von Verstorben, kann man streiten wie über alles. Prinzipiell habe ich nichts dagegen, wenn es gut aussieht, und hier tut es das größtenteils. Ebenso war ich überzeugt von einer neuen Kreation, die hier im Finale aufwartet und von dem über 2,30 Meter großen Robert Bobroczkyi dargestellt wird. 

Die Befürchtung, dass mir vor allem die Figuren ziemlich egal sein werden, hat sich soweit bestätigt. Einen halbwegs bleibenden Eindruck hat David Jonsson als Android Andy hinterlassen, der mehr Leben und Mimik in ALIEN: ROMULUS bringt als alle anderen. Für die Fußstapfen von Sigourney Weaver hat man Cailee Spaeny als Rain gecastet, die in diesen natürlich verschwindet. Immerhin hat sie mich nicht genervt. Der Rest der Truppe, der gegen die Aliens kämpfen muss, sind reine Abziehbilder, wie man sie seit den 80er-Jahren kennt. Da ich mit keiner anderen Erwartungshaltung an den Film gegangen bin, wurde ich hier nicht enttäuscht, und ich bin noch glücklicher, dass man mit diesen Figuren nicht auch noch versucht hat, eine komplexe Story zu erzählen. ALIEN: ROMULUS ist nämlich vor allem eins: ein atmosphärischer Scifi-Horrorfilm, der auf Effekte, Schocks und Monster setzt, und damit fleißig Punkte sammelt. Auch der Score von Benjamin Wallfisch kling sehr schön, hält sich immer angenehm im Hintergrund auf und trägt stets zur Atmosphäre bei. 

Wer auf düstere Science-Fiction-Szenarien steht, wird in der ersten Hälfte von ALIEN: ROMULUS bedient, wer auf garstigen Monster-Horror im All steht, kommt ab der zweiten auf seine Kosten. Freunde von komplexen Figuren und Storys gehen, wie zu erwarten, leer aus, aber weder das eine noch das andere brauchte es, um mich zu befriedigen, wenn der Rest stimmt. 

(Bjoern Candidus)

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