MONSTER AUS DEM ALL
(THE GREEN SLIME, Japan, USA, 1968, Regie: Kinji Fukasaku)
Ein alles vernichtender Meteorit rast auf die Erde zu. Man sieht nur eine Chance: ein Team von Astronauten, die auf einer nahe gelegenen Weltraumbasis stationiert sind, muss den Meteorit zerstören. Als das Team auf der Oberfläche des Meteorit landet, um die Sprengung vorzubereiten, stoßen sie auf einen mysteriösen grünen Schleim. Nichts ahnend, dass einer von den Crewmitgliedern von dem Schleim kontaminiert wird, bringen sie die außerirdische Substanz unwissend mit auf ihre Basis, was sich schnell als gravierender Fehler herausstellt.
Ein Meteorit, der auf die Erde zusteuert, mutige Astronauten und schleimige Außerirdische sind alles andere als innovativ, und mit Baujahr 1968 ist MONSTER AUS DEM ALL ein recht später Vertreter des Scifi-Monsterkinos, was seine Hochphase vor allem in den 50er-Jahren hatte. Doch die japanisch-us-amerikanische Co-Produktion, bei der Kinji Fukasaku Regie geführt hat, hält so viel Liebe für Effekte und Ausstattung bereit, dass man MONSTER AUS DEM ALL zu einem der schönsten Filme seiner Art zählen darf.
Schnell fallen einem die knalligen Farben auf, wenn man sich auf den rötlichen Meteorit begibt, wo die Astronauten in Kontakt mit einem grünen, leuchtenden Schleim geraten, den sie versehentlich mit auf ihre Raumstation nehmen. Man darf sich an zahlreichen Miniaturmodellen von Raumstationen, Raumschiffen, Raketen und Planeten erfreuen, die absolut wertig aussehen. Auch die vielen Studiokulissen sind aufwendig gestaltet. Hier waren wirklich Trick-Meister am Werk, die MONSTER AUS DEM ALL zu jeder Zeit interessant und spannend machen. Weniger furchteinflößend, aufgrund ihrer zappeligen, stampfenden Bewegungen, dennoch vom Erscheinungsbild sehr kreativ gestaltet, sind die Außerirdischen. Erst zeigen sie sich als grüner, pulsierender Schleim, der sich von Elektrizität ernährt, dann wachsen sie prompt heran und präsentieren sich als klobige, mit Tentakel bestückte Monster auf zwei Beinen, die neben zahlreichen kleinen Augen auch ein großes rotes besitzen. Zu überhören sind sie auch nicht, denn sie geben permanent ein kreischendes Geräusch von sich, was mich auf Dauer etwas genervt hat. Dennoch ist das Monster-Design gelungen und die Idee, dass sich die Lebensform durch Elektrizität vermehrt, durchaus clever. Zudem kommt es zu ein paar groben Attacken, die sogar etwas Blut zeigen.
Wenn es MONSTER AUS DEM ALL an etwas krankt, dann an den Figuren. Die Darsteller (u.a. Robert Horton, Luciana Paluzzi, Richard Jaeckel) sind gar nicht mal schlecht, aber die Figuren, die sie verkörpern, sind so unsympathisch wie in den meisten ähnlich gelagerten Filmen. Es sind die Monster und die phantastischen Kulissen und Modelle, die diese Filme ausmachen, selten die Darsteller, die meistens völlig austauschbar erscheinen. Und so ist es auch in Fukasakus Film. An Unterhaltung muss der Film dadurch nicht einbüßen, denn die Inszenierung schreitet stets voran und liefert ab der Hälfte viel Action und Tumult auf einer Raumstation.
MONSTER AUS DEM ALL ist ein prächtiger Scifi-Monsterfilm, der ebenso wie Mario Bavas PLANET DER VAMPIRE (1965) einen wichtigen Einfluss auf ALIEN (1979) gehabt haben dürfte und allein dadurch schon einen Blick verdient hat.
(Bjoern Candidus)
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