DIE KILLERKRALLE
(PEI PO, Hongkong, 1977, Regie: Shan Hua)
Ho Wai Lung, Ho´s Freundin Kwan und sein Kumpel Sao San flüchten mit einem Boot nach Hongkong, um dort ein neues Leben zu führen. Ho Wai Lung ist ein Kung Fu-Kämpfer und steigt schnell zu einem Star auf. Er besiegt die Kämpfer von Mr. Chin, der fest im Schaukampfgeschäft steckt. Mr. Chin hetzt einen Trupp Leute auf Ho, die ihn krankenhausreif schlagen und anschließend seine Freundin Kwan vergewaltigen und überfahren. Als Ho wieder zu sich kommt, schwört er sich Rache, und bei der bekommt er Unterstützung von Sao und Tom.
Willkommen in der Welt der Bruceploitation! Willkommen bei DIE KILLERKRALLE! Der Bruce Lee in diesem Film heißt Bruce Li und ist in Wirklichkeit Ho Chung-tao, der zahlreiche Mal den echten Bruce Lee verkörpert hat. Und so hat auch Regisseur Shan Hua (KUNG FU ZOMBIES, 1981) für das gesorgt, was man hier erwartet: brutale Kung Fu-Kämpfe noch und nöcher.
Shan Huas Film startet mit seiner Flüchtlings-Thematik erst mal ungewöhnlich, aber zeigt so bereits bestens die Freundschaft der Drei, die durch einen weiteren Charakter ergänzt wird: Tom. Tom ist ein dunkelhäutiger Hilfsarbeiter, der mit dem Rassismus von seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen konfrontiert wird, bevor er Hilfe von Ho bekommt, der die Typen direkt mit Händen und Füßen zertrümmert. Damit sich Tom zukünftig selber wehren kann, bringt ihm Ho Kung Fu bei. Das führt zu sehr schönen Trainings-Szenen, in denen einem auf faszinierende Art, der fernöstliche Kampfstil beigebracht wird. Zwischen der eigentlichen Geschichte, die sich z.B. in atmosphärischen Nachtclubs und Wettbüros abspielt, folgen in sehr kurzen Abständen immer wieder brutale Kampf-Szenen, die ziemlich realistisch aussehen und ein hohes Maß an Können zeigen. Diese führen einen dann wieder in die Natur, in der man einfach mehr Platz hat, um durch die Luft zu fliegen, wenn einen DIE KILLERKRALLE trifft. Und wenn die ganz genau trifft, landet sie direkt im Herzen des Gegners, um es zum Stillstand zu bringen.
Neben der harten Action und der fiesen Vergewaltigung und anschließenden Tötung von Hos Freundin Kwan, besitzt DIE KILLERKRALLE auch ein dichte Atmosphäre und wurde gut fotografiert. Beim Score war man so frei, Stücke aus anderen Filmen zu benutzen, z.B. aus CARRIE (1977) und EXORZIST II – DER KETZER (1977). Irgendwie nett.
DIE KILLERKRALLE ist ein cooler, teils sehr brutaler Kung Fu-Actionfilm, der durchaus Platz hat für Story und Charakterentwicklung. Ein paar weniger Kämpfe hätten allerdings auch gereicht.
(Bjoern Candidus)
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