Zum Inhalt springen
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Teenage Mutant Ninja Turtles, 1990 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

TURTLES – DER FILM
(TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES, Hongkong, USA, 1990, Regie: Steve Barron)

New York City ertrinkt in einer Diebstahlwelle. Die Reporterin April O’Neal versucht die Drahtzieher zu finden und wird bei ihrer Recherche überfallen. Doch Hilfe ist zur Stelle. Vier bewaffnete Schildkröten überwältigen die Angreifer und können April retten, die längst bewusstlos auf dem Boden liegt und ihre Retter nicht erblicken konnte. Doch April O’Neal ist zäh und hartnäckig und hängt sich weiter in den Fall rein, bis sie den mutierten Schildkröten Leonardo, Raffaello, Donatello Michelangelo und Ratte Splinter gegenübersteht. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den verbrecherischen Foot Clan unter der Herrschaft von Shredder auf.

Ich war zehn, und die Turtles waren extrem angesagt, auch bei mir. Eine Zeichentrickserie, eine ausgedehnte Spielzeuglinie, Comics, Hörspiele und was man sich nur vorstellen kann, schwappte in viele Kinderzimmer der späten 80er-90er-Jahre. Basierend auf der Comic-Reihe von Kevin Eastman und Peter Laird, die 1984 startete, folgte die erfolgreiche Zeichentrick-Serie TEENAGE MUTANT HERO TURTLES (1987-1996). Und so dauerte es nicht lange, bis schließlich der erste Realfilm der mutierten Schildkröten in die Kinos kam.

Was bei dem Film, der unter der Regie von Musikvideo-Legende Steve Barron entstanden ist, schnell auffällt: er hat stilistisch nicht viel mit den Turtles zu tun, die man aus der Zeichentrick-Serie kennt. Statt einem bunten Treiben in New York, steht die Atmosphäre hier eher auf düster und dreckig, natürlich im Rahmen eines kindertauglichen Films. Dennoch erstaunt der finstere Ton, der sich vielmehr auf die ursprünglichen Comics von Eastman und Laird beruft. Mich hat es nicht gestört, damals wie heute nicht. Und so begibt man sich in die Kanalisation, in finstere Gassen der New Yorker Häuserschluchten, in Lagerhallen voller Foot Soldiers oder in April O’Neils Apartment und macht einen Abstechers ins Grüne. Für Abwechslung im Bereich der Schauplätze ist also gesorgt und qualitativ sieht das Ganze auch noch aus. Den Klamotten, den Frisuren, der Musik haftet noch etwas 80er-Charme an, aber der Beginn der 90er-Jahre steht dem Film klar ins Gesicht geschrieben. Wo er sich hingegen sehr klassisch zeigt, ist im Bereich der Kostüme und Effekte. Die Latex-Schildkröten-Kostüme sind richtig schick geworden und entsprechen dem bekannten Aussehen. Ratte Splinter ist hingegen ein Animatronic-Puppet aus dem Hause Jim, bzw. Brian Henson, und der ist richtig gut geworden, samt der niedlichen Rückblick-Szene, in der man sieht, wie Donatello, Michelangelo, Raffaello und Leonardo zu dem wurden, was sie sind. Neben April O’Neal, die ziemlich passend von Judith Hoag (CADILLAC MAN, 1990) besetzt wurde, taucht auch die Figur des Casey Jones auf, der von Elias Koteas (CRASH, 1996) gespielt wird. Und dann ist da natürlich noch Oroku Saki aka Shredder, der von James Saito (STIRB LANGSAM – JETZT ERST RECHT, 1995) verkörpert wird. Und wer genau hinschaut, kann auch einen noch jungen Sam Rockwell entdecken. Große schauspielerische Leistungen werden hier nicht vollbracht, was kaum verwunderlich ist, wenn die Hauptdarsteller in Kostümen stecken und fast alle von anderen synchronisiert werden, z.B. von Corey Feldman (Donatello). Aber es geht hier weder um ernsthafte Charakterzeichnungen noch um eine inhaltsschwere Story. TURTLES – DER FILM setzt auf Action, Humor, auf eine düstere Comic-Atmosphäre und auf tolle Effekte und Masken, und genau damit kann Steve Barron überzeugen. Hier gibt es noch einen angenehmen Rhythmus zwischen Action und Entspannung; man hat Ruhe, sich auf Dinge zu konzentrieren. Die Kampf-Szenen mögen oft etwas steif wirken, und sie sind natürlich handzahm, da es sich letztlich um einen Film für Kinder handelt (FSK ab 6).

TURTLES – DER FILM ist eine charmante Comic-Verfilmung und ein tolles Bindeglied zwischen 80er- und 90er-Kino.

(Bjoern Candidus)

←Monster in the Closet, 1986 – ★★★
Teenage Mutant Ninja Turtles II: The Secret of the Ooze, 1991 – ★★→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026
  • The Angry Red Planet, 1959 – ★★★

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt