FRIEDHOF DER ZOMBIES
(CEMENTERIO DEL TERROR, Mexiko, 1985, Regie: Rubén Galindo Jr.)
Eine Handvoll jugendlicher Trottel haben an Halloween nichts besseres zu tun, als eine Leiche in einer Leichenhalle zu klauen, um anschließend, mit Hilfe eines Zauberbuches, ein Ritual abzuhalten. Dumm nur, dass es die Leiche eines Serienmörders ist, die kurze Zeit später wieder lebendig wird, um ihre Erwecker zu töten. Als würde das nicht reichen, fährt auch in die anderen Leichen des nahegelegenen Friedhofs wieder Leben.
Schon nach einem gialloesken Rasiermessermord in einem Fahrstuhl direkt zu Beginn, erweckte der Film diesen unglaublichen Italo-Vibe der 80er-Jahre. Angefangen bei Fulcis GATES OF HELL – Trilogie bis hin zu Lamberto Bavas und Umberto Lenzis kitschiger, aber stets unterhaltsamer Geisterbahnhorrorpampe wie DIE GRUFT oder GHOSTHOUSE 1 bis wohin auch immer. Dies spiegelt sich sowohl in den besten als auch schlechtesten Momenten wider. Mit beiden Seiten kann der Film dienen.
Am meisten krankt es hier natürlich bei den Darsteller. Selbst ein Hugo Stiglitz ist kein Gold, aber Kupfer, und das ist ja auch was. Davon abgesehen gibt es hier so viele Darsteller von jung bis alt, dass man sowieso ganz schnell den Überblick verliert. Aber für tiefe Charakterzeichnungen sind wir auch nicht hier. Wir sind hier für Horror-Spaß, und den gibt es, manchmal auch unfreiwillig. Der Film kleidet sich permanent düster, da er auch nur in einer Nacht spielt, und zwar an Halloween. Halloween-Stimmung kommt hier nicht groß auf. Ein paar Kinder ziehen mit Kürbislaternen umher und landen auf dem Friedhof; das soll reichen. Aber es ist auch völlig egal, wann der Film spielt, denn Regisseur Rubén Galindo Jr. versteht es durchaus eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Dies gelingt durch schöne Ausleuchtungen, z.B. mit Rotlicht und der gesamten Farbkomposition. Hier liegt ein schöner Moder über den Bildern, der für Totenstimmung sorgt. Dazu haben wir ein vergammeltes Haus, was Erinnerungen an GEISTERSTADT DER ZOMBIES (1981) weckt. Durch die Stimmung wird eine gewisse Grundspannung erzeugt, die allenfalls durch die dümmlichen Figuren getrübt wird. Zum Ausgleich gibt es dann aber den ein oder anderen Gore-Effekt, der die Anzahl der Dummbatzen reduziert. Das Finale auf dem Friedhof, wenn die Zombies aus den Gräbern kommen, erinnert dann nicht nur an untote Italiener, sondern könnte auch eine direkte Antwort auf RETURN OF THE LIVING DEAD sein, der im gleichen Jahr entstand und nur mit wenigen Monaten Abstand vor diesem hier im Kino lief.
Idioten, Untote, Schwarze Magie… FRIEDHOF DER ZOMBIES kommt daher wie eine 80er-Italo-Horror-Wundertüte, die aber in Mexiko hergestellt wurde.
(Bjoern Candidus)