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Obsession, 1949 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DER WAHNSINN DES DR. CLIVE
(OBSESSION, GB, 1949, Regie: Edward Dmytryk)

Dr. Clive Riordan findet heraus, dass sich seine Ehefrau Storm zu zu dem Amerikaner Bill Kronin hingezogen fühlt. Als er die beiden nach einem heimlichen Treffen überrascht, kommt es zum Streit zwischen den Dreien. Storm geht auf ihr Zimmer und lässt die beiden Männer allein zurück. Clive bedroht Bill mit einer Pistole und zwingt ihn mitzukommen. Statt ihn direkt zu töten, kidnappt ihn Clive und hält Bill monatelang gefangen. Sein Ziel: die Leiche spurlos verschwinden zu lassen. Die Polizei ermittelt wegen seines Verschwindens, doch bisher führt keine Spur zu Dr. Clive.
Seine Frau glaubt, dass ihr Mann ihn ermordet haben könnte…

Die britische Produktion, die unter der Regie von Edward Dmytryk entstand, ist ein spannend inszenierter Noir-Krimi-Thriller, der vor allem durch die Story und durch die Darsteller überzeugt. Die Vorlage, „A Man About A Dog“, und das Drehbuch stammen aus der Feder von Alec Coppel, der einige Jahre später das Drehbuch zu VERTIGO (1958) schrieb.
Robert Newton (Long John Silver in DIE SCHATZINSEL, 1950) als Dr. Clive ist sehr gut besetzt. Er bringt einen Hauch von Bela Lugosi mit. Aber auch seine Geisel Bill wird überzeugend von Phil Brown (Onkel Owen in KRIEG DER STERNE, 1977) verkörpert. Schön, aber doch recht austauschbar ist hingegen Sally Grey (GEFÄHRLICHER AUFTRAG, 1952) als Storm. Auf der Seite der Verbrechensbekämpfung: Naunton Wayne (TRAUM OHNE ENDE, 1945) als sympathischer Ermittler für Scotland Yard.

Eifersucht, Ehebruch und ein mörderischer Plan stehen auf dem Programm in diesem hitchcockesken Thriller. Dass man bereits nach 10 Minuten in die Pläne von Dr. Clive eingeweiht wird, spielt dabei keine Rolle. Der Weg ist das Ziel, und dieser ist sehr spannend inszeniert.
Die dichten Schwarzweißbilder sorgen von Beginn an für eine packende Atmosphäre. Gerade die wenigen Außen-Sets in London bringen bringen eine unheimliche Note ins Spiel, die allerdings schnell verfliegt, wenn sich die Inszenierung den guten Wortduellen zwischen Clive und Bill widmet.

DER WAHNSINN DES DR. CLIVE ist ein durchweg stimmiger Thriller, der die letzten 70 Jahre gut überstanden hat.

(Bjoern Candidus)

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