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Golden Temple Amazons, 1986 – ★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DER GOLDENE TEMPEL DER AMAZONEN
(LES AMAZONES DU TEMPLE D‘OR, Frankreich, 1985, Regie: Alain Payet, Jess Franco)

20 Jahre nach der Ermordung ihrer Eltern durch Amazonen-Kriegerinnen erfährt ihre Tochter Liana, die von Eingeborenen aufgezogen wurde und das schreckliche Erlebnis verdrängt hat, was damals passiert ist. Sie schwört Rache und begibt sich mit ihren Gefährten auf die Suche nach dem Tempel der Amazonen.

Der Film beginnt mit einer Reiterstaffel von Amazonen, mit frei liegenden Brüsten, die im Zeitraffer zu ihrem Ziel galoppieren und so natürlich gleich die doppelte Aufmerksamkeit bekommen. Die Damen bringen kurze Zeit später einen Mann und seine Frau vor den Augen ihrer kleinen Tochter mit Pfeil und Bogen um. Diese erste Szene verrät, was einen im weiteren Verlauf erwartet: verrückter Irrsinn. Bei Jess Franco gehört das zum guten Ton, und sein Irrsinn ist mir stets willkommen. Für den Brei, der einem hier serviert wird, trägt der Spanier aber nur eine Mitschuld, wenn überhaupt. Schnell wechselt man zu den anderen Aufnahmen, die unter der Regie von Alain Payet (FOLTERZUG DER GESCHÄNDETEN FRAUEN, 1977) entstanden sind. Dem ursprünglichen Studio, Golden Films, ging das Geld aus, Franco brach die Dreharbeiten ab und bot ein paar Jahre später der legendären Produktionsgesellschaft Eurociné das fertige Material an. Diese ließen dann von Alain Payet neues Material drehen, welches mit Francos kombiniert wurde. An und für sich gar nicht schlecht gedacht, aber was man dann serviert bekommt, ist haarsträubender Unsinn. Hat man mit den drei Franco-Darstellern Jean-René Gossart (DIE INSEL DER 30 TODE, 1979), Oliver Mathot (DIE RACHE DES HAUSES USHER, 1983) und Francoise Blanchard (LADY DRACULA, 1982) noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, wird dieser im Payet-Part deutlich getrübt. Obwohl der wunderbare William Berger (KEOMA, 1976) und der im Franco-Universum bekannte Antonio Mayans (JUNGFRAU UNTER KANNIBALEN, 1980) an Bord sind, können sie über das alberne Schauspiel von Analia Ivars (KOMMANDO PANTHER, 1984) als Liana und die noch dümmere Darstellung von Stanley Kapoul (MANIAC KILLER, 1987) als Schamane mit nur einer Gehirnzelle nicht hinwegtäuschen. Die Ausstattung, die 1,50 Franc-Kostüme, die teils errichteten Kulissen und das Gold in den Wänden sieht unglaublich billig aus, was ich gerne akzeptieren würde, befände ich mich in einer anderen Geschichte mit anderen Figuren. Das absolute Anti-Highlight sind die Nur-Kopf-Mumifizierten, die angekettet in einer Höhle herumhängen. Das Einzige, was hier Balsam für die Seele ist, ist das Setting. Gedreht wurde in einem Park bei Alicante, Spanien. Die Landschafts- und Tieraufnahmen sind die Highlights dieser Produktion. Wunderschöne Bäume, Sträucher, Felslandschaften und Höhlen erwarten einen. Dazu gibt es friedliche Tieraufnahmen von Elefanten, Giraffen, Löwen, Affen, die nicht aus einem Archiv stammen.

Nacktes Fleisch, alberne Action, eine dümmliche Rache-Story und Darsteller Jenseits von Gut und Böse machen aus DER GOLDENE TEMPEL DER AMAZONEN einen bodenlosen Irrsinn, der als Partyfilm allerdings gut funktionieren dürfte.

(Bjoern Candidus)

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