DIE FRATZE
(THE FRIGHT, GB, 1971, Regie: Peter Collinson)
Da Helen und Jim einen wichtigen Termin in einem Restaurant haben, organisieren sie Amanda als Babysitterin für ihren kleinen Sohn Tara. Zur gleichen Zeit bricht der schwer gestörte Brian aus der Sicherheitsverwahrung aus, der nichts besseres zu tun hat, als das Anwesen von Helen und Jim aufzusuchen, da er der Ex-Mann von Helen ist, die er zwar umbringen wollte, aber immer noch liebt. Für Amanda ist die Angelegenheit besonders ungünstig, da Brian sie in seiner Verwirrung für Helen hält und in das Haus will.
Peter Collinson (THE ITALIAN JOB, 1969) legt hier ein Home-Invasion-Thriller-Kammerspiel vor, das Elemente vorwegnimmt, die Filme wie LAST HOUSE ON THE LEFT (1972), BLACK CHRISTMAS (1974) oder WHEN A STRANGER CALLS (1979) nach ihm erneut aufgreifen und sie zu Klassikern ihrer Zunft werden ließen. Für den Inhalt zeichnete sich Tudor Gates verantwortlich, der zu dieser Zeit auch an Drehbüchern für die Hammer-Studios (Karnstein-Trilogie) involviert war. Dass man es hier mit einer britischen Produktion zu tun hat, fällt schnell auf, was der allgemeinen Stimmung zugute kommt. Von der ersten Minute an steht die Stimmung auf Spannung. Die kurzen Waldabschnitte, die Amanda zu dem Anwesen von Helen und Jim führt, verraten die Abgeschiedenheit. Schnell gesellen sich kleine Details, wie ein zusätzlicher Riegel an der Haustür, dazu, die Amanda schon am Anfang ein komisches Gefühl bereiten. Bedrückung und Beklemmung macht sich breit. Das weitläufige alte Haus mit seiner miefigen Einrichtung, die sich mit vielen Brauntönen schmückt, ist schon ausladend genug, hinzu kommt das Ticken der Uhren, die knarzenden Holzdielen, die Geräusche der Wasserleitungen, die nicht nur beginnen Amanda zu ängstigen, sondern auch beim Zuschauer die Spannung erhöhen.
Auch der Score von Harry Robertson sorgt für zusätzlichen Grusel. Mit Susan George (STRAW DOGS, 1971 / DAS HAUS DER VERDAMMTEN, 1982) hat man eine Gute Wahl getroffen; sie ist für solche Rollen einfach wie geschaffen. Ihr gegenüber: Ian Bannen (EIN HAUFEN VERWEGENER HUNDE, 1978) als Psychopath, der überzeugend unangenehm daherkommt. In weiteren Rollen gibt es Honor Blackman, George Cole und Denis Waterman zu sehen.
Wer britischen Horror will, aber gerade mal keine Lust hat auf das glorreiche Werk von Pete Walker oder die Produktionen von Hammer, Tigon und Amicus, dem empfehle ich ganz dringend DIE FRATZE zu sichten.
(Bjoern Candidus)
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