ABSURD
(ROSSO SANGUE, Italien, 1981, Regie: Joe D‘Amato)
Ein durch radioaktive Experimente in den Wahnsinn getriebener Mann, der jetzt regenerative Kräfte besitzt, bricht aus einer Einrichtung aus. Sein Ziel: Töten! Auch die schwere Bauchverletzung, die er sich bei der Flucht zuzieht, kann ihn nicht aufhalten. Er hinterlässt eine blutige Spur, die in einem Haus führt, in dem eine Babysitterin auf zwei Kinder aufpasst. Doch die Polizei und ein Priester ist dem Killer bereits dicht auf den Fersen.
Filme wie SADO-STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF (1979), MAN-EATER (1980) oder eben ABSURD waren in meiner Jugend Augenöffner für das italienische Kino, die bis heute in meinem Herz verwurzelt sind. D‘Amato gelingt in allen drei Filmen eine unglaublich morbide Stimmung zu erzeugen, die am ehesten mit der von Lucio Fulci jener Tage zu vergleichen ist. Dass der Mann handwerklich was drauf hat, beweisen seine vorherigen Kamera- und Regiearbeiten und werden auch hier nicht versteckt. Das Tempo ist ordentlich; man hält sich nicht groß auf, und es dauert nicht lange, bis der Film ans Eingemachte geht. Es sind vor allem Köpfe, die hier auf jegliche Art und Weise zerstört werden. Das passt natürlich zu dem Dachschaden, den George Eastman als Nikos Stenopolis hier selbst hat. Mit seinen über zwei Metern Körpergröße und dem Talent, wie ein Wahnsinniger gucken zu können, trumpft er ein weiteres Mal auf und darf auf äußerst deftige Art töten. Die Härte von MAN-EATER (1980) wird hier jedenfalls noch mal überboten, auch wenn keine Föten an Bord sind. Apropos Eastman: der gute Luigi Montefiori hat hier ein weiteres Mal selbst das Drehbuch geschrieben. Neben ihm gibt es auch ein Wiedersehen mit Edmund Purdom (PIECES, 1982), der als Priester so eine Art Dr. Loomis darstellt. Überhaupt sind hier Slasher-Elemente spürbar; gerade HALLOWEEN (1978) ist hier immer wieder zu erkennen. Doch statt Teens, die Partys feiern, steht ein kleiner Junge, seine ans Bett gefesselte Schwester und eine Babysitterin im Fokus des Terrors. ABSURD schließt von seiner Stimmung und den Sets eher an SADO als an MAN-EATER an. Es gibt ein paar Szenen in der Natur oder auf Straßen, aber der Großteil spielt in einem Haus in einer Siedlung. Der goblineske Score von Carlo Maria Cordio überzeugt bereits mit den ersten Atemzügen des Films und unterstützt ihn bis zum spannenden Ende.
ABSURD ist ein brutaler, temporeicher, hirnloser Horrorfilm mit einer fiesen Aura, und genau deshalb gefällt er mir.
(Bjoern Candidus)
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