GALAXINA
(USA, 1980, Regie: William Sachs)
Im 31. Jahrhundert kreuzt die Polizei mit Raumschiffen durch das All, um für Recht und Ordnung zu sorgen, sowie der Polizeikreuzer „Infinity“ unter der Leitung von Captain Cornelius Butt. Neben ein paar menschlichen Sicherheitskräften ist auch der weibliche Android Galaxina an Bord, der nicht nur Gefühle empfinden kann, sondern auch tatkräftig zur Seite steht, wenn es um den Kampf geht. Eines Tages erhält die „Infinity“ den Auftrag, einen mächtigen Kristall, den „Blue Star“, auf dem Planeten Alter 1 zu finden, der die Kraft hat, das ganze Universum zu kontrollieren. Natürlich sind sie nicht die Einzigen, die an dem Kristall interessiert sind. Es kommt zu einer abenteuerlichen Reise mit interstellaren Gefechten, die auf einem Wild-West-Planeten mit Aliens auf Harley-Davidson Motorrädern führt.
Mein Hauptproblem, was ich mit William Sachs Regiearbeit GALAXINA haben würde, hat sich schnell bestätigt: der Humor. Es ist nicht so, dass ich hier komplett gebremst wurde, aber die meisten Gags und Sprüche haben entweder gar nicht gezündet oder schnell genervt. Aber Sachs, der der Welt den herrlichen Schmelzmann-Horrorfilm PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (1977) schenkte, hält durchaus andere Nettigkeiten parat. Welche Filme hier kopiert, bzw. persifliert werden, liegt schnell auf der Hand. Schon der Intro-Fließtext, der immer schmaler werdend im Weltall verschwindet, verrät den KRIEG DER STERNE (1977), der hier immer wieder zu sehen ist. Das Make-up der Aliens, die Bars usw. sind direkte Anlehnungen an George Lucas damals noch überschaubarem STAR WARS – Universum. Aber auch ALIEN (1979) wird direkt aufgegriffen, und einen dummen STAR TREK – Witz hat man natürlich auch auf Lager. Egal. Sachs war jedenfalls schneller als Mel Brooks mit SPACE BALLS (1987). Was auch sehr ansehnlich ist, sind die Raumschiff-Modelle. Da ist z.B. eine Art Raubvogel-Raumschiff, was direkte Erinnerungen an He-Mans Talon-Fighter (*den dürfte es da gar nicht gegeben haben) erweckt hat, möglicherweise aber auch ein Wink in Richtung romulanischem Imperium ist.
Die Modelle, die Ausstattung, die Formen, die Farben, die Kostüme und die vielen phantasievollen Figuren verschmerzen den flachen Wortwitz. Und klar, wenn ein Titten-Android wie Galaxina im Raume steht, drehen die Männer durch und kramen im Katalog chauvinistischer Flachsprüche, die für die 1980er-Jahre noch völlig normal waren.
Die schöne Galaxina wird im Übrigen von Dorothy Stratten dargestellt, die kurze Zeit später von ihrem Ehemann umgebracht wurde, der scheinbar nicht damit leben konnte, dass er, im Gegensatz zu Dorothy, nicht „Playmate des Jahres“ wurde.
An ihrer Seite stehen Stephen Macht (Stephen King‘s NACHTSCHICHT, 1990) und Avery Schreiber (CAVEMAN, 1981).
Dass die Story nicht viel hergibt, ist zu verkraften, aber es dauert eine Dreiviertelstunde, bis die eigentliche Reise, die die menschlichen Crewmitglieder 27 Jahre in einer Schlafkammer schlafenden verbringen, losgeht, und das bremst das Geschehen anfänglich ziemlich aus.
Blöde Witze, coole Designs – GALAXINA schwebt zwischen gut und schlecht.
(Bjoern Candidus)
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