DRACULAS WITWE
(DRACULAS WIDOW, USA, 1988, Regie: Christopher Coppola)
Ein Antiquitätenhändler in Hollywood stößt auf eine Kiste, in der sich die Witwe Draculas befindet. Als diese erwacht, steht vor allem eins auf ihrer Agenda: Menschenblut! Da kommt ihr der neue Aufenthaltsort wie gelegen. Sie beißt sich durch Hollywood, doch nicht ohne von einem gewissen van Helsing und einem Cop gejagt zu werden.
Christopher Coppola, Francis Ford Coppolas Neffe und Bruder von Nicolas Cage und dem älteren Bruder Marc Coppola, der hier auch eine Rolle übernimmt, folgt dem damaligen Trend, Vampire in die 1980er-Jahre zu befördern. Während man sich in FRIGHT NIGHT (1985) in einer Vorortsiedlung aufhält oder sich in LOST BOYS (1987) an einem Küsten-Städtchen laben kann, geht es hier nach Hollywood, und vor allem in die düsteren Ecken. Neonlicht und eine Stadt bei Nacht beherrscht das Geschehen. Kameramann Guiseppe Maccari, der zwei Jahre später Dario Argentos Episode THE BLACK CAT in TWO EVIL EYES fotografierte, hat hier einige schöne Momente eingefangen. Eher ausdruckslos ist der Score von James B. Campbell, der sich aber zumindest nicht als störend erweist. Als Titelfigur marschiert Ur-Emmanuelle Sylvia Kristel auf, die eine gute Freundin von Grace Jones als Katrina in VAMP (1986) sein könnte. Sie wirkt sonderbar, aber gefällt. Lenny van Dohlen, der nicht gerade Sympathiepunkte sammelt, ist einer der wenigen Störfaktoren des Films. Einen Ausgleich gibt es mit Josef Sommers als Detective. Aber man denkt auch an die Freunde des roten Lebenssafts, denn die Gore-Effekte sind durchaus ruppig, dazu bekommt man hier noch ein tolles Creature-Design geboten. Wie die anderen hier erwähnten Vampirfilme, kann sich auch dieser nicht von einem Schuss Humor freisprechen. Manchmal hat man das Gefühl, dass Coppola selbst nicht genau wusste, wohin der Ritt gehen soll. Schwamm drüber, die Momente sind kurz, das Positive überwiegt.
Statt finsterer Wälder, einem Schloss auf einem Berg und verrotteten Friedhöfen, gibt es in DRACULAS WITWE das Nachtleben Hollywoods mit Clubs, Bars, bevölkert mit sonderbaren Typen. Schräg.
(Bjoern Candidus)
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