TEUFLISCHE SIGNALE
(THE SENDER, GB, 1982, Regie: Roger Christian)
Nach dem Selbstmordversuch eines Mannes, wird dieser in einer Psychiatrie eingewiesen. Zuordnen können sie ihn jedoch nicht, da er sein Gedächtnis verloren hat. Sie nennen ihn, wie üblich in solchen Fällen, „John Doe“. Die Psychiaterin Gail Farmer nimmt sich seinem Fall an, ohne zu ahnen, welche Gefahr von dem Unbekannten ausgeht. Kurze Zeit später wird sie und alle, die ihm zu nahe kommen von unheimlichen Träumen und Visionen geplagt, deren Schaltzentrale offensichtlich im Kopf von John Doe liegt.
Roger Christians Langfilm-Debüt ist ein finsterer Trip in die Gefilde der PSI-Horrorfilme, die in der Tradition von CARRIE (1976), THE FURY (1978), SCANNERS (1981) oder DEAD ZONE (1983) stehen. Gleichzeitig erkennt man bereits eine ähnliche (Alp-)Traum-Ästhetik, wie man sie zwei Jahre später in A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) und noch viel deutlicher in A NIGHTMARE ON ELM STREET 3: DREAM WARRIORS (1987) erleben darf. TEUFLISCHE SIGNALE verhält sich aber weitaus erwachsener, wissenschaftlicher und fällt damit mehr ins Fach von David Cronenberg. Zeljko Ivanek spielt die Rolle des „John Doe“ ziemlich eindringlich und ist weit entfernt von vielen Darstellern gleicher Altersklasse, die oft das US-Horrorkino der 80er-Jahre verwässerten. Hilfe bekommt er von Kathryn Harrold (DER CITY HAI, 1986) als Psychiaterin Gail Farmer, der Paul Freeman (JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES, 1981) als Dr. Denman zur Seite steht.
Christian umgeht den Weg des Popcorn-Horrors, der damals durch die erfolgreiche Slasher-Welle weiter Geld in die Kassen spülte. Obwohl es sich um eine britische Produktion handelt, wurden die Außenaufnahmen in Georgia, USA geschossen, der Rest in den britischen Shepperton Studios, in denen z.B. auch ALIEN (1979) entstanden ist. Bis auf wenige Szenen am Tageslicht, spielt sich das meiste Geschehen am Abend oder in den klaustrophobischen Räumen der Psychiatrie ab, die relativ realistisch und weniger übertrieben dargestellt wird, was zu dieser Zeit eher eine Ausnahme war. Die Stimmung ist von Beginn an bedrückend. Christian baut eine dichte Atmosphäre auf, lässt die Spannung mehr und mehr ansteigen und serviert zwischendurch immer wieder ein paar sehr gelungene Schock-Effekte, auf denen er sich aber nicht ausruht. Christian ist immer auch auf die Story und die Figuren bedacht. Veredelt wird die Inszenierung von einem stimmungsvollen Score von Trevor Jones (ANGEL HEART, 1987).
TEUFLISCHE SIGNALE ist ein spannender, gut erzählter, passend besetzter und ansprechend fotografierter Horrorfilm, der leider etwas in Vergessenheit geraten ist.
(Bjoern Candidus)
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