MORDLUST
(THE KILLING KIND, USA, 1973, Regie: Curtis Harrington)
Nachdem Terry Lambert von seinen Freunden dazu gezwungen wurde, gemeinsam mit ihnen ein Mädchen zu vergewaltigen, kommt er für zwei Jahre ins Gefängnis. Nach seiner Haft kehrt Terry zu seiner Mutter Thelma zurück, die eine Pension unterhält. Sie ist ganz vernarrt in ihren Sohn und würde für ihn alles tun, was dazu führt, dass Terry zu einem sadistischen Psychopathen herangewachsen ist, der nicht gerade gut auf Frauen zu sprechen ist.
Wenn es um garstige Psychothriller und Horrorfilme mit verschrobenen Figuren gehen soll, ist man im Kino von Curtis Harrington genau richtig. Mit MORDLUST legt er einen vom Wahnsinn geprägten Mutter-/ Sohn-Thriller hin, der durchaus an PSYCHO (1960) erinnert, nur dass hier die Mutter quicklebendig ist.
Der Film startet direkt mit einer höchst unangenehmen Vergewaltigung einer Frau durch mehrere Männer. Ein ziemlicher Schlag ins Gesicht des Zuschauers, direkt zu Beginn. Und so steht der Zeiger von Anfang an auf Sadismus und (sexualisierter) Gewalt. Die Stimmung ist bedrückend, schmuddelig und wird beseelt von psychotischen und verhaltensgestörten Personen. Allen voran John Savage (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN, 1978), der den gut aussehenden Psychopathen Terry spielt und dabei wirklich überzeugt. Sein eiskaltes Spiel ist lobenswert. Seine Mutter Thelma wird von Ann Sothern (LADY BE GOOD, 1941) dargestellt, die den Dachschaden ihrer Mutter-Rolle ordentlich präsentiert. Dass die beiden auch ein inzestuöses Verhältnis führen, wird vor allem durch einen mehr als mütterlichen Kuss und durch eine Behauptung eines Nachbars gegenüber seiner Tochter offengelegt. Das ganze Verhältnis ist bizarr und spitzt sich immer mehr zu. Interessant ist auch, dass neben Terry und dem Nachbarn, der von Peter Brocco (SPARTACUS, 1960) dargestellt wird, nur weibliche Figuren auftauchten, wie z.B. Ruth Roman (THE BABY, 1973) und Luana Anders (EASY RIDER, 1969).
Auch wenn MORDLUST inhaltlich kein Neuland betritt, ist Harrington ein durch und durch unangenehmer, stark besetzter Psychothriller gelungen, der vom Anfang bis zum bitteren Ende sehr gut funktioniert.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar