PANIK IN DER SIERRA NOVA
(DAY OF THE ANIMALS, USA, 1977, Regie: William Girdler)
Starke UV-Strahlen, die durch Löcher in der Ozonschicht entstehen, verändern das Verhalten der Tierwelt. Tiere jeder Art haben nur noch ein Ziel: die Vernichtung der Menschen! Und die Ersten, die auf dem Plan stehen, ist eine bunt gemischte Survival-Tour-Gruppe, die durch die Sierra Nova wandern will. Aber auch eine nahe gelegene Kleinstadt wird das Ziel tierischer Angriffe.
Erinnert sich noch jemand an die Ozonschicht? Sicher, denn noch ist sie ja da. Welche Auswirkungen das haben kann, wenn sie eben nicht mehr da ist, hat sich William Girdler (DER MANITOU, 1978) hier aus den Fingern gesaugt, bzw. William W. und Eleanor E. Norton, die das Drehbuch schrieben. Während Girdler für seinen ähnlich gelagerten Film GRIZZLY (1976) in Clayton, Georgia, USA drehte, begibt er sich für PANIK IN DER SIERRA NOVA nach Kalifornien.
Selten erinnern mich Tierhorrorfilme in den ersten Minuten an Filme wie THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974), EIN KIND ZU TÖTEN… (1976) oder THE HILLS HAVE EYES (1977). Es ist die gleißende Sonne, die brütende Hitze, die der Titel-Sequenz den Zauber des 70er-Jahre-Terrorkinos verpasst. Die Wärme und die damit einhergehende Trockenheit ist hier allgegenwärtig, doch die eigentliche Gefahr sind natürlich die Tiere, die sich wegen der Zerstörung der Ozonschicht von Mutter Natur auf aggressive Art und Weise verändern. Die Raubkatzen, Wölfe, Bären, Greifvögel und Reptilien bekommen recht schnell ihre Auftritte. In kurzen Momenten sollen sie grimmig wirken, was in erster Linie durch den Score von Lalo Schifrin funktioniert. Insgesamt versteht es Girdler eine spannende Grundstimmung zu erzeugen, und das bereits von Beginn an. Im Kontrast zu der schönen Natur und den faszinierenden Tieren steht aber die Gruppe ätzender Möchtegern-Abenteurer, die Streitigkeiten und Konflikte mitbringen. Ob Männlein oder Weiblein, mit keinem von den Herrschaften wollte ich Urlaub machen. Und so ist es umso erfreulicher, dass sich die Tiere um diese Gesellschaft kümmern. Der Film wartet mit einigen Tierangriff-Action-Szenen auf, die hin und wieder recht ruppig sind, sich aber stets im Rahmen des üblichen Tierhorrors dieser Zeit bewegen. In der Besetzung finden sich durchaus Bekannte, allen voran Christopher George und Leslie Nielsen, der hier seine „nackte Kanone“ ganz ohne Humor herausholen möchte.
PANIK IN DER SIERRA NOVA ist ein guter Beitrag der damaligen Tierhorrorfilm-Welle, der vor allem durch seine bedrohliche Atmosphäre und seiner schönen Naturkulisse überzeugt.
(Bjoern Candidus)
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