KINDER DES ZORNS 3 – DAS CHICAGO-MASSAKER
(CHILDREN OF THE CORN 3: URBAN HERVEST, USA, 1995, Regie: James D.R. Hickox)
Eli und sein Stiefbruder Joshua, werden nach den Vorfällen in Gatlin, bei denen ihr Vater geopfert wurde, bei Pflegeeltern in Chicago aufgenommen. Die beiden jungen scheinen friedlich und vernünftig zu sein, doch hinter der Fassade von Eli schlummert das Böse, und es will seinen Mais des Todes auf der ganzen Welt verbreiten.
Der, der hinter den Reihen wandelt ist zurück und darf diesmal unter der Regie von James D.R. Hickox, Sohn von Douglas (THEATER DES GRAUENS, 1973) und Bruder von Anthony Hickox (HELLRAISER 3, 1992) schalten und walten.
Hat man sich in den anderen beiden Teilen im ländlichen Gatlin in Nebraska aufgehalten, geht es hier in das Leben der Großstadt, genauer nach Chicago, was frischen Wind in das Franchise bringt, was 1995, bzw. 1993, in dem Jahr, in dem der Film bereits gedreht wurde, noch am Anfang war. Abweichungen sind mir willkommen und auf groteske Art funktionieren sie hier auch. Trotzdem versteht sich der Film, wie auch schon der Vorgänger von 1992, als Fortsetzung. Es gibt sogar eine leicht verfremdete Szene aus dem zweiten Teil, in der ein Arzt mit Spritzen und Messern erstochen wird. Auch Daniel Licht zeichnet sich erneut als Komponist verantwortlich.
Schon am Anfang serviert der Film ein paar ordentliche Gore-Effekte und hält sich auch im späteren Verlauf nicht damit zurück. Im Blut- und Gewalt-Bereich wird hier wirklich einiges geliefert. Und wenn am Ende noch ein riesiges Monster auftaucht, was durch Stop-Motion-Technik zum Leben gebracht wird und ein Massaker unten den Jugendlichen anrichtet, wird sogar der Riesenmonster-Freund bedient. Das Massaker erinnert an die Disco-Szene aus HELLRAISER 3 (1992) von Bruder Anthony Hickox. Für das gelungene Monster-Make-up zeigte sich Screaming Mad George verantwortlich.
Daniel Cerny, der die hassenswerte Prediger-Göre Eli spielt und
Ron Melendez als sein langweiliger Stiefbruder Joshua, könnten kontrastreicher nicht sein. Während sich Eli in Amisch-Outfit mit Hut zeigt, passt sich Joshua dem 90er-Jahre-Jugend-Style an, der besonders in den Schul-Szenen durchdringt. Für einen 12-jährigen, der Daniel Cerny damals war, macht er seine Sache gut und lässt einen Ryan Bollman als Michael aus TÖDLICHE ERNTE – KINDER DES ZORNS 2 (1992) schnell vergessen. Einem John Franklin kann Cerny trotzdem nicht das Wasser reichen, dafür jedem anderen hier. Jim Metzler als Pflegevater William und Nancy Lee Grahn als Alice bleiben komplett blass. Lediglich Michael Ensign (HOUSE, 1985) kann als Pater Frank noch ein bisschen Eindruck hinterlassen. Außerdem ganz kurz im Bild: Charlize Theron, die hier ihren ersten Filmauftritt hatte. Die Inszenierung kippt immer ins Problematische, wenn sich die Story um die Jugendlichen aus der Stadt dreht und sich die typischen Bad Guys der Schule melden, Ärger machen und im schlimmsten Fall Hip Hop läuft. Etwas grotesk mutet es auch an, wenn Eli plötzlich die wesentlich älteren Mitschüler nach und nach auf seine religiös verblendete Seite zieht.
KINDER DES ZORNS 3 – DAS CHICAGO-MASSAKER bietet zwar kaum Spannung, noch weniger gute Charaktere, aber Hickox Film ist eine Fundgrube für Horror-Masken und Effekte. Dass der Film in Deutschland endet, wurde leider im weiteren Verlauf der Reihe nicht mehr berücksichtigt, ebensowenig die Kreativität und das Niveau.
(Bjoern Candidus)
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