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Rat Man, 1988 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

RATMAN
(QUELLA VILLA IN FONDO AL PARCO, Italien, 1988, Regie: Giuliano Carnimeo)

Die Welt wäre langweiliger, gäbe es nicht Filme mit folgenden Inhaltsangaben: Ein wahnsinniger Wissenschaftler injiziert in den Hoden eines Affen Sperma einer Ratte und erschafft so den Ratman, der durch seine Bisse zudem Gift übertragen kann. Der Rattenaffe sorgt auf einer Karibikinsel für Angst und Schrecken, doch niemand scheint sich vor Ort dafür zu interessieren, bis auf Terry, die ihre getötete Schwester identifizieren soll und vor Ort auf Fred, einem Krimi-Autor stößt. Als sich herausstellt, dass die Tote gar nicht Terrys Schwester ist, begeben sich die beiden auf eine gefährliche Spurensuche. 

Noch bevor Peter Jackson seinen Rattenaffen, der auch von einer Insel kam, in BRAINDEAD (1992) präsentierte, kam Regisseur Giuliano Carnimeo (DAS GEHEIMNIS DER BLUTIGEN LILIE, 1972), bzw. der große Dardano Sacchetti, der hier für die Story und das Drehbuch verantwortlich war, um die Ecke. Ganz so tierisch wie bei Jackson sieht der kleiner Racker hier nicht aus. In die Rolle des Nagermenschen schlüpfte Nelson de la Rosa, der mit seinen 72cm Körpergröße einst der kleinste Schauspieler der Welt war. Mit seinem Make-up und den Rattenzähnen wirkt der ganze Auftritt herrlich verstörend. Wenn man ihn nicht direkt sieht, blickt man aus seiner Ego-Perspektive, wenn er z.B. in einer Tasche lauert. Weniger eindringlich, aber durchaus solide sind die Auftritte von Janet Agren und David Warbeck als unsere Hobby-Detektive, Eva Grimaldi und dem Dauergriesgram Werner Pochath als Fotograf. Das Insel-Setting ist durchaus gelungen und bietet sommerliche Urlaubsstimmung, aber auch unheimliche Momente, vor allem wenn es in vergammelte und verlassene Häuser geht. Der Score von Stefano Mainetti ist unauffällig, passt aber, um die Stimmung zu unterstreichen. Neben der absurden Grundidee, dem siffigen Anstrich und ein bisschen Gore, hat der Film aber auch immer wieder Leerlauf und Wiederholung in Form von Dialogen oder dem ständigen Gerenne von A nach B. 

RATMAN ist inhaltlich und handwerklich wahrlich keine große Kunst, aber er zieht seinen Irrsinn konsequent durch und gehört zu den innovativeren Vertretern dieser späten Italofilm-Epoche.

(Bjoern Candidus)

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