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Innocent Blood, 1992 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BLOODY MARIE – EINE FRAU MIT BISS
(INNOCENT BLOOD, USA, 1992, John Landis)

Die Vampirin Marie lebt in Pittsburgh, wo sie sich auf das Blut von Verbrechern spezialisiert hat. Als sie die Mafia ins Visier nimmt, kommt es zu einem missgeschickt. Sie wird bei dem Blutsaugüberfall auf den Mafiaboss Sallie Macelli gestört. Und so kommt es, dass Macelli nicht stirbt, sondern in einen Untoten umgewandelt wird, der sein neues Dasein schnell akzeptiert. Als Marie dem Polizeispitzel Joe Gennaro über den Weg läuft, der die Mafia unter die Lupe nimmt, verliebt sie sich in ihn. Gemeinsam versuchen sich das Chaos zu beseitigen, was Marie mit ihrem Biss angerichtet hat. 

John Landis wollte es noch mal wissen und serviert über zehn Jahre nach AMERICAN WERWOLF (1981) einen weiteren schwarzhumorigen Horrorfilm, der diesmal das Vampir-Thema bedient. Die Rolle von Marie wird von Anne Parillaud (NIKITA, 1990) bekleidet, die eine wirklich sympathische Vampir-Lady abgibt, die ich so noch nicht erlebt habe. Sie ist keine bösartige Lady, die sich schnappt, was ihr über den Weg läuft, nur um ihren Blutdurst zu stillen, sondern hat einen moralischen Kodex: sie tötet nur Verbrecher. Ihr Love Interest Joe Gennaro wird von Anthony LaPaglia (THE SALTON SEA, 2002) dargestellt, dessen trauriger Hundeblick nicht unbedingt zum Highlight des Films gehört. Ganz anders und weitaus effektiver für die Story ist Robert Loggia (LOST HIGHWAY, 1997), der als Mafiaboss Sallie Macelli mal wieder schöne Fratzen zieht, bevor er als Untoter komplett durchdrehen darf. 

Landis, bzw. Michael Wolk haben hier eine Geschichte gesponnen, die das in den 90er-Jahren wieder sehr angesagte Thema des Vampirs schön aufgefrischt hat. Neben der sehr gelungenen Pittsburgh-bei-Nacht-Atmosphäre mit Bars, finsteren Gassen und Neonreklame, die mehr den Geist der 80er in sich trägt, müssen vor allem das Make-up und die hervorragenden Effekte erwähnt werden. Gerade die Farben stechen hervor. Sowohl Marie als auch die Untoten tragen Kontaktlinsen in grellen Rot-, Grün- oder Blautönen, die eine tolle Wirkung erzielen. Gleiches gilt für das Untoten-Make-up. Zudem ist die Inszenierung recht blutig geraten. Landis schafft erneut den Spagat zwischen Humor und Horror, ohne dabei ins Lächerliche zu driften. 
Der Film ist sehr ausgewogen, doch mit 110 Minuten leider etwas zu lang. Manchmal tritt man zu sehr auf der Stelle oder wiederholt sich. Landis lässt es sich auch nicht nehmen, immer wieder Fernseher zu zeigen, in denen bekannte Horror- und Monsterfilme wie PANIK IN NEW YORK oder DRACULA von Tod Browning und Terence Fisher laufen. Das kann man mal machen, aber wenn es ständig passiert, nutzt es sich ab. Was wiederum Spaß macht sind die vielen Gastauftritte, die von Leuten wie Tom Savini, Forrest J. Ackerman, Linnea Quigley, Sam Raimi und Dario Argento abgehalten werden. 

BLOODY MARIE – EINE FRAU MIT BISS ist ein grelles Vergnügen und ein schönes Beispiel für einen 90er-Jahre Horrorfilm.  

(Bjoern Candidus)

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