SITUATION
(Italien, Österreich, 1973, Regie: Peter Patzak)
Eine Handvoll unangenehmer Menschen lassen sich von einem weiteren unangenehmen Menschen zu einem Banküberfall animieren. Doch Michael, so der Name des Planschmieders, will ganz gewieft sein und gründet gleich drei Banden, die allerdings nichts voneinander wissen. Es kommt zu einem Konflikt ungeahnten Ausmaßes.
Peter Patzak (PARAPSYCHO – SPEKTRUM DER ANGST, 1975) hat hier ein Heist-Movie auf österreichischen Boden gezimmert, was nicht gerade wie ein bunter Reigen daherkommt. Sperrig, düster, mit falschen Hoffnungen durchzogen geht es durch Wien, was sich kaum von seiner schönen Seite zeigt. Die Sets laden eher zu Depressionen ein, was bestens zur negativen Grundstimmung passt. Zum Ausgleich bekommt man eine schöne Bergwelt geboten.
Patzak nimmt sich sehr viel Zeit mit seinen Figuren, die er aber nicht sonderlich nutzt, um sie zu vertiefen. Das liegt möglicherweise aber auch daran, dass man es mit sehr vielen Figuren zu tun hat. Auch wenn die Figuren alle samt unsympathisch sind, lässt sich die Besetzung sehen. Mischa Hausserman, Frederick Jaeger, William Berger, Gordon Mitchell und Rita Tushingham ergeben eine gute Mischung.
Der Film wirkt leider etwas zu sehr hin- und hergerissen. Für eine Charakter-Studie zu flach, für einen Action-Krimi zu sanft, wobei sich das im letzten Drittel schlagartig ändert. Lobenswert ist die verspielte Fotografie von Walter Kindler und der musikalischen Unterstützung durch Manuel Rigoni und Richard Schönherz.
Garstige Figuren mit waghalsigen Plänen, ungünstige Verstrickungen, Gier und Bombenterror bietet SITUATION. Ein eigentümlicher Film, der durchaus einen Blick verdient hat, wenn man auf solche Filme steht.
(Bjoern Candidus)
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