BLUT EINES BULLEN
(SANGUE DI SBIRRO, Italien, 1976, Regie: Alfonso Brescia)
Dan Caputo ist zurück in New York, und er hat eine Aufgabe: den Mann zu töten, der seinen Vater Joe, ein Polizist, getötet hat. Doch schon bei der Einreise kommt es zu einer gewalttätigen Begrüßung. Dans Spurensuche nach dem Täter wird erschwert, und bald klebt die Mafia an ihm.
Vom Sandalenfilm bis zum Western, von der Komödie bis zum Polizeifilm: Alfonso Brescia war fast überall zu Hause, und hat mich bisher noch nie gelangweilt.
In diesem Rachefilm im New Yorker Mafiaumfeld schickt Brescia gleich zwei Herren ins Rennen, bei denen mein Herz höher schlägt: George Eastman (bzw. Luigi Montefiori) und Jack Palance. Diese Tatsache schaltet die Erwartungshaltung automatisch hoch. Während George Eastman von Anfang an als Protagonist dient, dauert es bei Palance, abgesehen von einem kleinen Auftritt am Anfang, bis zum letzten Drittel, bis er fester Bestandteil des Films wird. Bis dahin rockt Eastman die Bude, und zwar gewaltig. Eastman versteht es nicht nur, Biestigkeiten auszuteilen wie in WILD DOGS (1974) oder Menschen zu fressen wie in MAN-EATER (1980), sondern auch sympathisch, wenn auch gewalttätig wie hier zu sein. Beides steht ihm gut zu Gesicht. Neben diesen Herren versammeln sich auch Jenny Tamburi (DIE SIEBEN SCHWARZEN NOTEN, 1977), Ugo Bologna und Nello Pazzafini.
Aber auch alles andere darf als geglückt bezeichnet werden. Schießereien, Explosionen, Autoverfolgungsjagden, abwechslungsreiche Sets und ein toller Score von Alessandro Alessandroni, der zwischen funkigen und spannenden Tönen pendelt. Dazu überzeugt sowohl die Fotografie von Silvio Fraschetti als auch die Ausleuchtung der Sets.
Actionreich, spannend und frei von Leerlauf präsentiert sich BLUT EINES BULLEN. Ein zünftiger Rache-Film über dessen simple Story man ganz automatisch hinweg sieht.
(Bjoern Candidus)
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