FÜR EIN PAAR LEICHEN MEHR
(SONORA, Italien, Spanien, 1968, Alfonso Balcázar)
Startet der Film noch mit einer kitschigen Rückblick-Liebes-Szene, die in der Form selten im Italowestern vorkommt, geht es schnell in dreckige Gefilde. Die Hauptfigur, Uriah (Sartana in der dt. Fassung) wird eingeführt, und der Grund für seine Rache wird klar: Slim Kovac, der seine Frau vergewaltigte und ermordete, muss sterben! Es kommt es zu einem Konflikt zwischen drei Parteien: Uriah, sein alter Freund Kirchner und Slim Kovac mit seiner Bande.
Was bei Alfonso Balcázars (DIE TODESMINEN VON CANYON CITY, 1965) Regie-Arbeit vor allem dominiert, sind die vielen widerwärtigen Figuren, die sich hier ansammeln und für schlechte Laune untereinander sorgen. George Martin, der nicht meine Wahl gewesen wäre, darf sich als Uriah/Sartana zeigen, Gilbert Roland als sein Freund Kirchner und Jack Elam darf als Slim Kovac Garstigkeit verbreiten. Auch alle anderen Herrschaften, die aufgefahren werden, befinden sich in schlechter Laune. Da rettet auch kaum die schöne Rosalba Neri die Stimmung, wenn sie kurz ihr Näschen ins Bild rückt.
Die Inszenierung ist sehr sperrig, hält sich mehr in Räumlichkeiten als in der Prärie auf. Hier ist kaum Luft zum atmen, was den Film anstrengend macht. Die gewalttätigen, zynischen Figuren sind somit quasi das Einzige mit dem man hier arbeiten kann, und das nervte auf Dauer. Der Score von Francesco De Masi ist solide, aber relativ ausdruckslos.
Handwerklich kann man FÜR EIN PAAR LEICHEN MEHR kaum etwas vorwerfen, inhaltlich wird nichts Neues geboten, was auch zu verzeihen ist, doch es mangelt vor allem an einem sympathischen Revolvermann, mit dem man mitfiebern kann.
(Bjoern Candidus)
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