VAMPIRE DER NACHT
(THE VAMPIRE BAT, USA 1933, Regie: Frank R. Strayer)
Irgendwo in Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts kommt es in einer kleinen Stadt zu Überfällen auf Menschen. Die Angst geht herum. Offensichtlich hat den Opfern irgendwer oder irgendwas das Blut entzogen. Schnell macht sich das Gerücht breit, dass es sich vermutlich um riesige Fledermäuse oder gar Vampire handelt. Vielleicht ist es aber auch nur der geistig retardierte Herman (Dwight Frye), der immerzu Fledermäuse liebkost. Oder steckt gar Dr. von Niemann (Lionel Atwill) dahinter?
Frank R. Strayer, der zwei Jahre später mit CONDEMNED TO LIVE einen weiteren Beitrag in vampirischen Gefilden verzeichnen konnte, ist hier ein ordentlicher Gruselfilm gelungen, der sich vor Whale und Browning nicht groß verstecken muss.
Mit Fay Wray (KING KONG, 1933), Melvyn Douglas (DER MIETER, 1976, THE CHANGELING, 1980) Dwight Frye (FRANKENSTEIN, 1931) und Lionel Atwill (IM ZEICHEN DES VAMPIRS, 1935) wurde hier außerdem prominent besetzt, was sich bezahlt macht. Der Mob, der den mutmaßlichen Täter hetzt, ist hier ebenfalls anzutreffen, und mit Dwight Frye haben wir einen prädestinierten Herren für diese Opfer-/ Täter-Rolle. Er bekleidete ja nicht umsonst zwei Jahre vorher die Rolle von Renfield in Tod Brownings DRACULA-Adaption.
Inhaltlich pendelt der Film zwischen klassischem Vampirismus und medizinischer Wissenschaft hin und her. Man bekommt die übliche Hysterie und Vorurteile in dichten Schwarzweißbildern präsentiert.
VAMPIRE DER NACHT ist ein charmanter kleiner Horrorfilm, der neben gruseligen Zutaten sogar ein bisschen Humor aufweist, der nie störend wirkt.
(Bjoern Candidus)
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