FLESH EATER – REVENGE OF THE LIVING DEAD
(FLESHEATER, USA, 1988, Regie: S. William Hinzman)
In einem Wald in Pennsylvania stört ein Mann die Ruhe eines Toten. Mitten im Wald stößt er auf ein mysteriöses Grab mit einer Steinplatte, verziert mit einem Pentagramm. Er öffnet das Grab und besiegelt damit sein Schicksal. Er wird das Mahl eines (bekannten) Untoten, der sich fortan mit weiteren Untoten durch die Umgebung fressen wird.
Bill Hinzman, der Friedhofzombie aus NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) wollte es noch mal wissen und schlüpft erneut in die Rolle eines Untoten. Aber nicht nur als Darsteller ist er an Bord, sondern auch als Regisseur. Zwei Jahre zuvor kam er mit seinem Regiedebüt THE MAJORETTS (1986) um die Ecke, das auf einem Roman und Drehbuch von John A. Russo basiert. Hier hat sich Hinzman mit Bill Randolph an die Story und ans Drehbuch gemacht. Dass es inhaltlich nichts zu holen gibt, ist fast klar. Der Film fühlt sich an wie ein Kapitel zwischen NIGHT OF THE LIVING DEAD und DAWN OF THE DEAD (1978), nur ohne die Qualität eines Romeros im Ansatz zu besitzen, aber damit war auch nicht zu rechnen, wobei Hinzman bei zahlreichen seiner Filme eine kleine Rolle übernommen hat. Auch wenn man kein wirkliches Geschick erkennen kann, scheinen die Beteiligten großes Vergnügen an diesem Zombie-Bauerntheater gehabt zu haben. Und wenn man jeglichen Anspruch herunterfährt, kann man sich von dem Spaß ein wenig anstecken lassen.
Junge Leute, die Halloween feiern, Bauern auf Traktoren und Zombies zwischen Wald und Wiese sind die Zutaten, die hier aufgetischt werden. Angereichert wird das Ganze mit blutigen Bissattacken, Erschießungen und anderen Momenten des Sterbens, die das beste am Film sind, aber genau darauf zielt dieses Produkt ab. An eine be- oder unbeabsichtigte Gesellschaftskritik eines George A. Romeros ist hier freilich nicht zu denken; hier geht es nur um Flucht, Verteidigung oder ums Sterben. Neben dem Gore ist die ländliche Kulisse der Star an Bord. Ich mag das landwirtschaftliche Ambiente mit dem authentischen Anstrich. Man kann sich schon gut vorstellen, dass hier irgendwo das Hause steht, in dem sich Judith O’Dean als Barbara und Duane Jones als Ben verschanzt haben. Apropos Darsteller: Die meisten Darsteller sind alles andere als das Gelbe vom Ei, was aber zu keiner Sekunde stört und irgendwie zu Ton des Films passt. Viel weniger erbaulich ist der sich ständig wiederholende Score von Erica Portnoy.
Hinzmann hat das Budget von 60.000$ gut verteilt. FLESH EATER hält ein, was man erwartet: ein hirnloser Wald-und-Wiesen-Zombiefilm, den man am besten nicht alleine genießen sollte. Mehr ist dieser Film aber auch wirklich nicht.
(Bjoern Candidus)
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