Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Body Snatchers, 1993 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BODY SNATCHERS
(USA, 1993, Regie: Abel Ferrara) 

Biologe Steve Malone wird zu einem Militärstützpunkt gerufen, um das Ökosystem der Umgebung auf mögliche Schädigungen durch die Army zu überprüfen. Mit seiner Familie im Schlepptau richtet er sich in der angeschlossenen Wohnsiedlung der Basis ein. Schon am Tag der Ankunft hat seine Tochter Marti eine unheimliche Begegnung mit einem Soldaten. Doch schnell kann sie sich mit dem Piloten Tim hinwegtrösten. Dann berichtet Major Collins Steve Malone über das irrsinnige Verhalten, was einige seiner Soldaten plötzlich an den Tag legen. 

BODY SNATCHERS ist die dritte Adaption von Jack Finneys Roman aus dem Jahre 1964, die ursprünglich unter der Regie von Stuart Gordon entstehen sollte, bevor Abel Ferrara eingesprungen ist. Das hat wohl auch dafür gesorgt, dass gleich mehrere Hände an der Story und dem Drehbuch herumgefuchtelt haben, u.a. auch Larry Cohen (IT‘S ALIVE, 1974).

Das Positive vorweg: der Film versucht nicht direkt die beiden vorherigen Adaptionen zu kopieren, sondern geht einen eigenen Weg, zumindest teilweise. Schon das Setting, ein in den Wäldern gelegener Militärstützpunkt, sorgt für frischen Wind im Rahmen der bekannten Geschichte. Der Militärstützpunkt samt Personal bringt also schon mal negative Stimmung mit. Für mehr negative Stimmung sorgt die Familie Malone. Terry Kinney als Vater Steve Malone, Meg Tilly als Mutter und Gabrielle Anwar und Reilly Murphy als ihre Kinder Marti und Andy sind ziemlich unsympathisch geraten und haben mich nicht gerade zum Mitfiebern um sie eingeladen. Es wird auch nicht besser, wenn der Pilot Tim, dargestellt von Billy Wirth, auftaucht, um Töchterchen Marti den Pfeil des Amor ins Herz zu schießen, der hier zu jeder Zeit mit einer aufgesetzten Griesgrammimik herumläuft, um irgendwie verdächtig zu wirken. R. Lee Ermey (FULL METAL JACKET, 1987) sorgt als General Platt für Zucht und Ordnung; eine Rolle, die ihm wohl in die Wiege gelegt wurde. Richtig gut gefallen hat mir eigentlich nur Forest Whitaker, der hier das Übel aufsteigen sieht und Rat bei Steve Malone sucht. Die Angst steht ihm ins Gesicht geschrieben. Was in BODY SNATCHERS aber vor allem gut funktioniert ist eine bedrückende, paranoide Stimmung heraufzubeschwören, die durch die ordentliche Fotografie von Bojan Bazelli gut zur Geltung kommt und sich über den ganzen Film erstreckt. Visuell muss sich BODY SNATCHERS nicht verstecken, was in seinem Metier in den 90er-Jahren nicht immer selbstverständlich war. Auch die Effekte, die allerdings rar gesät sind, schmücken sich mit Qualität. Aber Ferrara konzentriert sich mehr auf die Figuren statt auf Ekel oder explizite Gewalt, aber das hatte auch ein Siegel oder Kaufman nicht nötig; die Thematik ist schließlich unangenehm genug. Kalte, emotionslose Außerirdische im Körper menschlicher Abbilder stehen nicht auf meiner Liste der Wunschträume, zumindest noch nicht. 

Wenn man sich im Werk von Abel Ferrara umguckt, wird schnell klar, dass wir hier keinen Film mit einer Frau mit einer 45er Magnum oder einen Film mit einem vollgekoksten Lieutenant vorfinden werden. In seiner Filmographie wirkt der Film wie ein Fremdkörper, was er auch irgendwie ist. Auch wenn die Erwartungshaltungen beim Namen Abel Ferrara ganz andere sind, muss er sich für seinen ersten Film für ein großes Studio (Warner Brothers) nicht verstecken. 

BODY SNATCHERS ist ein grundsolider Invasions-Scifi-Horrorfilm, der lediglich etwas fehlbesetzt wirkt, aber das ist natürlich nur meine bescheidene Meinung. 

(Bjoern Candidus)

←Prey, 1977 – ★★½
Strip Nude for Your Killer, 1975 – ★★½→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • The Time Travelers, 1964 – ★★★

    8. September 2026
  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt