MONTCLARE – ERBE DES GRAUENS
(NEXT OF KIN, Australien, Neuseeland, 1982, Regie: Tony Williams)
Nach dem Tod ihrer Mutter übernimmt Tochter Linda die Seniorenresidenz Montclare. Ihre anfängliche Skepsis verschwindet, bis sie sich von einer unheimlichen Gestalt verfolgt fühlt. Ihr Ängste nehmen zu, und die Schatten, die über Montclare liegen verdichten sich.
Die australisch-neuseeländische Koproduktion, die unter der Regie des Neuseeländers Tony Williams hat hier einen spannenden Horror-Thriller abgeliefert, der vor allem durch seine visuelle Seite und seiner schleichenden Inszenierung punkten kann. Über den Inhalt und den Verlauf des Films werfe ich den Mantel des Schweigens, denn ich möchte nicht zu viel verraten. Wer aber Gefallen an Filme wie LANDHAUS DER TOTEN SEELEN (1976), SUSPIRIA (1976), DIE NACHT DES TODES! (1980) oder SHINING (1980) findet, ist hier richtig.
Nachdem einen der Film mit lichtdurchfluteten Bildern der australischen Natur begrüßt, bekommt man kurze Zeit später eher einen britischen Vibe zu spüren. Der wird vor allem durch das Setting, eine alte Villa, die als Altersresidenz fungiert, ausgelöst. Außerdem weicht das schöne Wetter einem Unwetter. Es herrscht Gruselstimmung. Hier kann man sich von einer tollen Fotografie (tolle Kamerafahren und Perspektiven) von Gary Hansen überzeugen lassen, an die sich der hervorragende Electro-Score von Klaus Schulze (TANGERINE DREAM) haftet, der die Inszenierung fast zum schweben bringt. Aber nicht nur eine sehr dichte Atmosphäre wird hier erzeugt, sondern auch ein paar wirklich verstörende und Harte Momente, die ich so nicht erwartet hätte. Besonders im letzten Drittel dreht die Inszenierung richtig auf. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen. Die mir unbekannte Jacki Kerin macht spielt sehr gut und bringt die nötige Sympathie mit. John Jarratt (WOLF CREEK, 2005) bleibt hingegen etwas auf der Strecke, doch der Ausgleich kommt mit den schrulligen Herrschaften, die auf Montclare residieren.
MONTCLARE – ERBE DES GRAUENS ist ein starker Horror-Thriller, der zu unrecht unter dem Radar läuft. Ein weiteres Argument für das Ozploitation-Kino.
(Bjoern Candidus)
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