THE MUTILATOR*
(USA, 1984, Regie: Buddy Cooper)
Um seinem Vater eine Freude zu machen, reinigt der kleine Ed sein Gewehr. Dabei löst sich ein Schuss, der die Mutter in die ewigen Jagdgründe befördert.
Zehn Jahre später. Ed wird von seinem Vater gebeten, das Haus am Meer auf Vordermann zu bringen. Er beschließt, seine Freunde mitzunehmen, um die Herbstferien in guter Gesellschaft zu verbringen. Doch schnell wird aus dem Spaß blutiger Ernst, denn ein Killer hat sich in dem Strandhaus eingeschlichen.
Willkommen in der kleinen Welt von Buddy Cooper. Coopers Filmografie besteht im Grunde nur aus diesem Film, den er selbst produziert und bei dem er selbst Regie geführt hat und aus der Fortsetzung MUTILATOR 2, die 39 Jahre später entstanden ist, zu der ich allerdings noch nichts sagen kann.
Die Story ist unglaublich simpel und wurde 1984 schon zur genüge vorgesetzt, schließlich verebbte die Slasher-Welle langsam oder wurde mit A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) zu neuen Höhen gebracht. Die Darsteller, von denen zumindest Matt Mitler (BASKET CASE 2, 1990) noch im späteren Genregeschehen zu sehen war, sind austauschbar, einfältig und frei von Charisma, also wie in gefühlt jedem zweiten Slasher. Aber das ist erwartbar und völlig okay, denn schließlich dienen sie als Schlachtvieh, und diesen Punkt erfüllen sie sehr konsequent. In Sachen grafischer Gewalt kann ein Jason Voorhees die Koffer packen, wenn der Killer dieses Films an die Arbeit geht. Cooper schöpft aus dem Vollen. Eine Schiffsschraube, eine Machete, eine Mistgabel, eine Axt und vieles weitere kommt zum Einsatz, um Körper blutig zu schänden. Handwerklich kann sich das wirklich sehen lassen. Auf diesem Weg vergisst man auch schnell die eintönige Geschichte mit den eintönigen Figuren, die ja ohnehin im Laufe der Spielzeit weniger werden. Lobenswert ist auch das Strand-Setting und die Atmosphäre, die dadurch entsteht. Das Strandhaus ist schön eingefangen, und die Nähe zum Meer ist eine Seltenheit im Slasher-Kino. Für eine 450.000-Dollar-Produktion sieht Coopers Film solide genug aus, um zumindest visuell nicht ganz so baden zu gehen wie inhaltlich.
Wirkliche Reize, bis auf die sehr harten Gore-Szenen, hat THE MUTILATOR eigentlich nicht zu bieten. Inhaltlich ist diese Independent-Produktion nicht simpler gestrickt als viele ihrer großen Vorbilder, hinter den nicht selten große Studios steckten. Dennoch ist der Film unterhaltsam und kann dem Freund des Slasher-Kinos empfohlen werden.
(Bjoern Candidus)
*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“
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