DAS FRAUENHAUS
(Schweiz, 1977, Regie: Jess Franco)
Blue Rita und ihre sexgeile Frauenbande mit ausgeprägtem Hang zum Sadismus entführt Männer, die sie foltert, um an geheimdienstliche Informationen zu kommen. Nebenbei richtet sie die Männer noch als Sexsklaven ab. Doch man kommt Ritas Machenschaften auf die Schliche.
Fetisch-Sex und Folter-Folterspaß in knalligen Farben fährt hier Jess Franco auf, der mit diesem Film zeigt, dass sein Können nicht unbedingt in Storys liegt, sondern in seinem Gespür für Design und bizarren Ideen. In psychedelischen Bildern bekommt man eine berauschende 70er-Atmosphäre um die Augen geknallt. Das Interieur hält einige Eyecatcher parat. Die gesamte Ausstattung und die Kleidung der Darstellerinnen ist sehr gelungen. Wie bei Franco üblich kommt auch etwas Langeweile auf, aber dafür ist die Fotografie von Ruedi Küttel durchweg gelungen und wird belebt durch kreative Perspektiven.
Was hier vor allem auffällt ist die Besetzung, denn die üblichen Verdächtigen wie Lina Romay, Howard Vernon oder Paul Muller sind in dieser schweizer Produktion von Erwin C. Dietrich nicht mit an Bord. Macht nichts, ihre Lücken werden mit Martine Fléty, Sarah Strasberg, Dagmar Bürger, Guy Delorme und Eric Falk ausgefüllt.
Wer mit Francos Werk grundsätzlich nichts anfangen kann, wird auf einen Eintritt in DAS FRAUENHAUS verzichten können. Wer aber dem Spanier gegenüber aufgeschlossen ist, darf sich hier an schönen Bildern und einem beschwingten Soundtrack laben.
(Bjoern Candidus)
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