DER MARSHALL DES TEUFELS
(EL MARISCAL DEL INFERNO, Argentinien, Spanien, 1974, Regie: León Klimovsky)
Das spanische Traumduo León Klimovsky und Paul Naschy schicken den Zuschauer auf eine düstere Reise ins Mittelalter. Paul Naschy, der auch das Drehbuch schrieb, verkörpert hier den wahnsinnigen Baron Gilles de Lancre, den Naschy bewusst an Gilles de Rais angelehnt hat.
Baron Gilles de Lancre lässt fröhlich Menschen unterdrücken, foltern und töten. Er ist besessen von der Suche nach dem „Stein der Weisen“, der ihn unsterblich machen soll. Der Einfluss des Teufels hält ihn stets gefangen. Naschy macht dabei eine gute Figur und zeigt, dass er nicht nur Werwölfe verkörpern kann. Ein Jahr zuvor hatte er in BLUTMESSER FÜR DEN TEUFEL bereits eine ähnliche Figur verkörpert. Ansonsten haben wir hier noch Mariano Vidal Molina (DIE TODESKRALLE DES GRAUSAMEN WOLFES, 1973), Eduardo Calvo (TODESKREIS LIBELLE, 1975), Javier de Rivera (DER PHANTOM-KILLER SCHLÄGT ZU, 1969), Simón Arriaga (DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN, 1972) und Luis Induni, der in unzähligen Italowestern dabei war.
Insgesamt ist der Film recht ordentlich inszeniert. Die Kostüme sind schön, das mittelalterliche Burgen-Setting mit Thronsaal, Geheimgängen und Folterkeller weiß zu gefallen und wurde solide fotografiert. Es mangelt nicht an Atmosphäre. Etwas holprig wird es bei den Action-Szenen; hier zeigt sich leider kein großes Können.
Ritter, Folter, Wahnsinnige, Robin-Hood-artige, ein wenig Blut und ein passend besetzter Paul Naschy machen DER MARSHALL DES TEUFELS zu einem unterhaltsamen Mittelalter-Abenteuer mit Horroreinschlag. Ein schöner Film für Fans von Paul Naschy und dem spanische Genre-Kino der 70er-Jahre.
(Bjoern Candidus)
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