KRULL
(GB, 1983, Regie: Peter Yates)
Krull, eine fremde Welt irgendwo im Universum, hat ein Problem: Eine riesige Festung landet auf dem Planeten, bewohnt von einem Ungeheuer, dem unbeschreiblichen Ungeheuer und seiner Armee von Slayern. Für die beiden verfeindeten Königshäuser gibt es nur eine Chance den Schrecken zu bannen, der über ihre Welt hereinfällt: sie müssen zusammenhalten. In dem Fall wird aber erst mal geheiratet. Doch am Hochzeitstag greift eine Horde von Slayern das Schloss an und entführen Prinzessin Lyssa. Es kommt wie es kommen muss: Prinz Colwyn will seine Geliebte zurückerobern und das Königreich von dem außerweltlichen Ungeheuer befreien. Ein Abenteuer mit einer Handvoll Gefährten beginnt…
BULLIT (1968) – Regisseur Peter Yates wandelt mit seinem Fantasy-Abenteuer KRULL unverkennbar auf den Spuren von STAR WARS, was schon die erste Szene verdeutlicht, wenn die Festung wie ein Sternzerstörer durchs All schwebt. Doch statt dem spacigen Look zu folgen, orientiert sich Yates an dem mittelalterlichen Fantasy-Anstrich. Fast, denn die sonderbaren Waffen, die die Slayer benutzen, haben nicht nur Klingen, sondern können auch Laserstrahlen abfeuern, was ziemlich cool aussieht. Überhaupt können sich die Slayer sehen lassen; sie könnten eine alternative Armee des Imperators sein. Zudem erinnern sie etwas an Skeletors Armee im 87er MASTERS OF THE UNIVERSE Film.
Auch wenn die Story platt ist, sind die Darsteller im Grunde noch platter. Nicht, dass sie schlecht wären, aber ein Ken Marshall als Prinz Colwyn bietet einfach nicht viel. David Battley als Trottel Ergo ist quasi der C3-PO des Film und ist immer dann am besten, wenn er sich in ein Tier verwandelt. Ansonsten ist noch Freddie Jones, Robbie Coltrane und Liam Neeson an Bord. Den Part der Prinzessin hat Lysette Anthony abbekommen. Solide sind die alle, aber für diesen Film werden sie nicht zu einem Argument. Da gibt es andere Bereiche, in denen der Film punktet.
Was sofort ins Auge sticht ist die tolle Fotografie von Peter Suschitzky (DIE UNZERTRENNLICHEN, 1988 / NAKED LUNCH, 1991), der hier die felsigen Landschaften Italiens und Spaniens meisterlich eingefangen und dem Film die nötige Größe verpasst hat. Nicht minder gelungen sind die Studioaufnahmen in den Pinewood Studios. Hier hat man prächtige Kulissen gebaut, die durch den Einsatz von Licht und Farbe zusätzlich verzaubern. Höhlen, ein Lavafluss und teils surreale Bauten warten hier auf. Sowohl die visuellen als auch die praktischen Effekte sind versiert und auf der Höhe ihrer Zeit.
Der Actionanteil verteilt sich sehr gut über die Geschichte. Die Helden sind auf einer Reise, was den Film immer in Bewegung hält. Dafür schwächelt der Film etwas im Bereich der Spannung, aber das kann er mit anderen Dingen ausgleichen, z.B. auch mit dem schönen Score von James Horner.
Wer STAR WARS, HERR DER RINGE, FLASH GORDON, MASTERS OF THE UNIVERSE oder den recht unbekannten STAR KNIGHT mag, sollte auch KRULL mögen.
(Bjoern Candidus)
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