DER LETZTE ZUG NACH DURANGO
(UN TRENO PER DURANGO, Italien, Spanien, 1968, Regie: Mario Caiano)
Auf der ewigen Suche nach Gold begeben sich Gringo und Luca in eine Eisenbahn, die, wie soll es auch anders sein, überfallen wird, weil sie eine nicht unerhebliche Menge an Bargeld transportiert. Nicht nur der Safe wird geklaut, sondern auch die reizende Helen wird gekidnappt, die Gringo kurz vorher den Kopf verdreht hat. Für Gringo und Luca steht nur noch ein Ziel an: Das Geld und Helen zurückzuerobern.
Die Regie führte bei dieser Italowestern-Komödie Mario Caiano (DIE LETZTE RECHNUNG SCHREIBT DER TOD, 1976), der auch gemeinsam mit José Gutiérrez Maesso und Duccio Tessari, die für die Story verantwortlich waren, das Drehbuch schrieb. Erfahrene Menschen hinter der Kamera, erfahrene Menschen vor der Kamera. Eine ganze Wagenladung an phantastischen Darstellern wird hier abgeladen, was den Film allein in dieser Hinsicht zu Höhenflügen verhilft. Anthony Steffen als Gringo und Enrico Maria Salerno als Luca sind ein prächtiges Gespann, denen die Tölpelhaftigkeit, die sie sonst eher weniger an den Tag legen, gut zu Gesicht steht. Von den beiden geht auch der meiste Humor aus, der sich vor allem in Dialogen oder in überspitzten Situationen äußert. Sehr unterhaltsam ist auch
Mark Damon als Dandy und Waffennarr Brown, der mit seinem Automobil und seinem Maschinengewehr durch die Wüstenlandschaft fährt. Des Weiteren haben wir noch Dominique Boschero als die kecke Helen und als Mexikaner José Badolo und Aldo Sambrell. Da kann niemand meckern.
Die wunderschöne Naturkulisse von Andalusien, die als Mexiko verkauft wird, wurde von Enzo Barboni (DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS, 1970) meisterlich fotografiert. Dazu schmückt sich der Film mit tollen Farben. Etwas ungewöhnliche Klänge für einen Italowestern serviert Carlo Rustichelli mit seinem Score, der aber nie als Fremdkörper wirkt. Trotz seiner humorvollen und lockeren Art wird auch fleißig gestorben; der zynische Ton vieler Italowestern bleibt aber weitestgehend aus. Da der Film meistens nach vorne will, kommt es zu abwechslungsreichen Settings. Im Grunde kann man hier von einem Roadmovie sprechen.
DER LETZTE ZUG NACH DURANGO ist eine toll besetzte, actionreiche Italowestern-Buddy-Komödie, die lediglich mit kleinen Hängern in der Mitte zu kämpfen hat.
(Bjoern Candidus)
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