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Count Dracula’s Great Love, 1973 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DRACULAS GROSSE LIEBE
(EL GRAN AMOR DEL DRÁCULA, Spanien, 1973, Regie: Javier Augirre)

Nachdem eine Kutschfahrt für einen Herrn und vier Damen durch einen Unfall endet, suchen sie Hilfe in einem alten Sanatorium. Dort empfängt sie Dr. Wendell Marlow, auf dessen Agenda die Wiedereröffnung des Sanatoriums steht. Dr. Marlow lässt die Hilfesuchenden herein, und die glauben, sich nun in Sicherheit zu befinden. Eine Liebesgeschichte mit Schattenseiten bahnt sich an… 

Javier Augirre, der kurz vorher mit Paul Naschy DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN (1973) abgedreht hat, schick Naschy hier in die Rolle von Dr. Wendell Marlow und Graf Dracula. Die Dracula-Rolle steht Naschy gut zur Gesicht, auch wenn er die Klasse eines Christopher Lees natürlich nicht erreicht. Lee ist ein gutes Stichwort, denn die Produktion glänzt vor allem durch seine Sets und Ausstattung. Die zauberhaften Wald-Aufnahmen (die Kiefern verraten den mediterranen Drehort) erinnern an Black Park in Wexham, Buckinghamshire in England, ein Ort, den man bestens aus Hammer-Produktionen kennt. Wind, Regen, Blitz und Donner sorgen für die nötige Gruselatmosphäre.  
Bereits von Beginn an startet man in schaurige Gefilde und präsentiert ein altes Gemäuer, das zur neuen Behausung Draculas dienen soll. Das alte Sanatorium auf einem Berg, bekommt man allerdings in erster Linie von weitem zu sehen. Aber auch die Welt innerhalb der Mauern wissen zu überzeugen. Steile Treppen, enge Flure und schöne Bleiglasfenster bestimmen das Bild, das von Carmelo A. Bernaolas Score passend untermalt wird. Recht blutig geht es bei den Gore-Szenen zu, die für 1973 relativ ruppig sind. 

Während die Dracula Filme der Hammer-Studios zu dieser Zeit breites das Blut der Moderne (DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN, 1972 / DRACULA BRAUCH FRISCHES BLUT, 1973) schmeckten, geht es hier noch klassisch zu. Und so wirkt der Film in den besten Momenten, als wäre er Teil des Hammer-Dracula-Universums. Die Memoiren des Dr. van Helsing werden gefunden, in denen die Vernichtung Draculas am Borgo Pass beschrieben wird, was diesen Film zu einer Art Fortsetzung werden lässt. 

Am wenigsten überzeugen die Darsteller, von Paul Naschy mal abgesehen. Naschy ist wie immer: man sieht seine Liebe für das Genre, und als Dracula macht er eine gute Figur. Aber vor allem die vier Damen agieren hölzern oder wie aufgescheucht wie Hühner.  

DRACULAS GROSSE LIEBE ist inhaltlich etwas verfahren, manchmal etwas zäh, aber in seiner Gesamtheit ein schöner, stimmiger Horrorfilm, der sich mit seiner Atmosphäre durchsetzen kann. 

(Bjoern Candidus)

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