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Doomwatch, 1972 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DOOMWATCH
(GB, 1972, Regie: Peter Sasdy)

Dr. Dell Shaw, Mitglied der Umweltschutzbehörde Doomwatch, reist auf die Insel Belf bei Cornwell. Dort soll er routinemäßig Wasserproben entnehmen. Die Inselbewohner sind alles andere als herzlich, was Dr. Shaw schnell durch Ablehnung zu spüren bekommt. Dann kommt es Schlag auf Schlag: Er findet eine Kinderleiche im Wald, die wenig später spurlos verschwindet und bekommt von seinem Institut die Nachricht, dass sich im Wasser Wachstumshormone befinden. Ein Kollege reist an, der einen Tauchgang in einer Sperrzone der Royal Navy macht. Er findet Fässer, die teilweise mit radioaktiven Abfall gefüllt sind. Doch dort unten lagert scheinbar noch ein anderer Stoff, der in Kombination verheerende Auswirkungen auf Mensch und Tier hat.  

Die britische Filmschmiede Tigon war immer wieder für Überraschungen gut. Dort entstanden Perlen wie DER HEXENJÄGER (1968), IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS (1971), IM BANNE DES DOKTOR MONSERAT (1967) oder eben DOOMWATCH. Peter Sasdy (WIE SCHMECKT DAS BLUT VON DRACULA?, 1970, COMETESS DES GRAUENS (1971) hat hier einen Spin-off-Film zur gleichnamigen TV-Serie, die zwischen 1970 und 1972 auf BBC 1 lief, gedreht. Die Serie über einen Wissenschaftler der Regierungsbehörde Doomwatch, der sich um ökologische und technologische Gefahren kümmert, brachte es auf 38 Folgen. Und so startet man bereits in der Credits-Sequenz mit einer Öl-Katastrophe an einer Küste, die erst mal die Laune senkt, aber zeigt, dass man es hier möglicherweise mit einem Öko-Thriller zu tun hat. Auch wenn der Film durch sein Poster-Artwork erst mal nach einem Horrorfilm schreit, bewegt man sich eher im Rahmen eines Wissenschafts-Öko-Katastrophen-Dramas mit Horror- und Thriller-Elementen, die geschickt platziert sind. Die nasskalte Insel mit den griesgrämigen Bewohnern sorgt für eine unheimliche Atmosphäre. Abgeschieden sein vom Festland. Gefangen sein in einer Welt in einer Welt. Robin Hardy brachte das ein Jahr später mit THE WICKER MAN auf den Punkt. Nicht nur durch die Fischerdorf-Kulisse, der Küste und der ausladenden Aura des Ortes wird auch ein H. P. Lovecraft schnell auf den Plan gerufen. Denn wenn wir das Ausmaß der Veränderungen (im Film spricht man von Akromegalie) durch das Gift, um was es hier geht, sehen, bringt einen das schnell zu Lovecrafts Geschichte THE COLOR OUT OF SPACE, nur mit dem Unterschied, dass das Problem hier nicht außerirdisch ist. Der Feind ist, wie so oft, der Mensch und seine Dummheit. Wenn hier ein riesiger Fisch aus dem Wasser gezogen wird, ist man sogar David Seltzers und John Frankenheimers PROPHEZEIHUNG (1979) voraus, die sich im Grunde dem gleichen Thema annahmen. Aber DOOMWATCH macht das Rennen. Mit Ian Bannen und Judy Geeson sind zwei fähige Darsteller an Bord. Ich war sehr überrascht, dass mir Ian Bannen, im Gegensatz zu seiner Rolle in DIE FRATZE (1971), auch mal keine Angst machen kann. Für die passende musikalische Untermalung zeigte sich John Scott verantwortlich.

DOOMWATCH ist ein spannender, gut erzählter Film, der sehr geschickt sämtliche Genres mischt und dadurch sehr facettenreich wird. 

(Bjoern Candidus)

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