SHALLOW GRAVE – REISE IN DIE HÖLLE
(SHALLOW GRAVE, USA, 1987, Regie: Richard Styles)
Die vier Studentinnen, Sue, Patty, Rose und Cindy, sind auf dem Weg nach Florida. Wie es der Zufall will, beobachtet eins der Mädels die Ermordung einer Frau durch einen Sheriff, was sie in große Schwierigkeiten bringt.
Willkommen in der Welt der Rednecks! Willkommen in der Welt der Hinterwäldler, die mich immer wieder in ihren Bann zieht, besonders wenn sie mal was frisches zu bieten hat. Während Regisseur Richard Styles in der ersten halben Stunde die vier Damen, dargestellt von Lisa Stahl, Carol Cadby, Donna Baltron und Just Kelly, einführt und mich aufgrund ihres sehr affektierten Verhaltens ziemlich genervt haben, plant er bereits seinen nächsten Streich. Ab dem Punkt, an der eine der Damen den Sheriff bei einem Mord beobachtet und ertappt wird, ändert der Film seinen Ton drastisch und wird zu einem spannenden, recht harten Verfolgungs-Thriller, der immer wieder einen neuen Weg einschlägt. Dabei ist vor allem der Antagonist Sheriff Dean, dargestellt von Tony March (GHOULIES 4, 1994), höchst interessant. Der erste Mord passiert nämlich mehr oder weniger im Affekt, während er zu den weiteren Morden geradezu gezwungen wird. Das Monster ist hier kein kettensägenschwingender Leatherface, kein wasserköpfiger Mutant und kein sabbernder Spinner, der nicht bis Drei zählen kann, sondern ein Cop, der die Kontrolle verloren hat.
Die anfänglichen Schwierigkeiten sind schnell vergessen. Auch visuell hat der Film was zu bieten. Vor allem überzeugt das waldige Südstaaten-Setting, mit dem obligatorischen Diner an der Landstraße, beseelt von verschrobenen Typen. Eine tolle Stimmung kommt hier auf, die nie billig wirkt. Bedenkt man, dass hier keine wirklich großen Namen vor oder hinter der Kamera zu finden sind, ist das Ergebnis erstaunlich gut.
Wer mal zu MUTTERTAG (1980) keine Lust auf TÖDLICHE FERIEN (1970) hat, begibt sich ins SHALLOW GRAVE.
(Bjoern Candidus)
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