DAS ARCHE NOAH PRINZIP
(Deutschland, 1984, Regie: Roland Emmerich)
Experimentalstation FLORIDA ARKLAB. Ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen und europäischen Raumfahrtbehörden. Erbaut zur Erforschung autonomer Lebenssysteme im All und der Einflussnahme auf Klima und Wettergeschehen der Erde im Rahmen des Forschungsprogrammes C.O.R.A.
…
Das klingt nicht nur nach Science-Fiction, es ist Science-Fiction, und dazu noch sehr authentische, die uns hier Regisseur Roland Emmerich auftischt. In seinem Debütfilm präsentiert er bereits sein Streben nach Größe, was ihm auf visueller Ebene vortrefflich gelungen ist, bedenkt man vor allem das Budget von knapp von einer Millionen Deutscher Mark. Die Einflüsse von LAUTLOS IM WELTRAUM (1972), KRIEG DER STERNE (1977) und ALIEN (1979) sind dabei nicht zu übersehen, was auch Hubert Bartholomae, der nicht nur für den düsteren Soundtrack, sondern auch für das Sounddesign und die Modelle verantwortlich war, bestätigt hat. Das Design und die Ausstattung der Raumstation ist wirklich vorzüglich geworden. Gedreht wurde in einer leerstehenden Waschmaschinenfabrik. Die klaustrophobische Enge, die Geräusche und das Interior werden ihrer Aufgabe gerecht. Auch die Darsteller wissen zu überzeugen. Neben Franz Buchrieser, Aviva Joel, Matthias Fuchs, Nicolas Lansky, die alle ziemlich unterkühlt sind, glänzt vor allem ein junger Richy Müller, der verdammt viel Ähnlichkeit mit Mark „Luke“ Hamill aufweist, und nicht nur wegen seines orangen Astronautenanzugs. Auch inhaltlich wird es schön düster, zeigen die Amis doch mal wieder, was für ein Wahnsinn in ihnen steckt. Emmerich stürzt den Zuschauer von Beginn an in eine bedrückende Atmosphäre, die er bis zum Ende aufrecht erhalten kann.
DAS ARCHE NOAH PRINZIP ist ein Paradebeispiel dafür, dass auch in Deutschland Genre-Kino möglich ist, wenn man es zulässt.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar