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Beyond the Darkness, 1979 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SADO – STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF
(BUIO OMEGA, Italien, 1979, Regie: Joe D’Amato) 

Nach dem Tod von Franks Eltern erbt er ihr Schloss, in dem er nun mit der Hausdame Iris lebt. Iris hat seiner Mutter versprochen, für ihn zu sorgen, aber Iris ist auch in Frank verliebt. Doch dieser ist in Anna verliebt. Da kann nur noch eine Hexe helfen, die Anna mittels Voodoopuppe umbringt. Doch so einfach wird es nicht für Iris, denn Frank buddelt die tote Anna aus und macht sie mit der Kunst der Präparation haltbar. Die Beziehung zwischen Iris und Frank spitzt sich zu. 

Es gibt nicht allzu viele Filme, die eine derart morbide Atmosphäre haben, die noch nach der x-ten Wiederholung wirkt. Joe D’Amatos Remake von Mino Guerrinis DAS 3. AUGE (1966) ist so ein Film. SADO – STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF ist ein Sammelbecken der Widerlichkeit und ein tolles Beispiel für die Grenzenlosigkeit des italienischen Horrorkinos der 1970er- und 80er-Jahre. 

Die schöne Kulisse der Bergwelt von Südtirol wird in kurzer Zeit befleckt, und D‘Amato sieht zu, dass man sich hier nicht eine Sekunde wohl fühlt. Dafür sorgt auch der Score von Goblin, der bisweilen schwer bis melancholisch klingt. Aber man ist ja hier schließlich auch in einem Liebesfilm, und D‘Amato lässt einen nicht lange zappeln, um das ungewöhnliche Liebesleben von Protagonist Frank (Kieran Canter) zu präsentieren. Nachdem seine geliebte Anna gestorben ist, buddelt Frank die Leiche wieder aus und beweist, dass er nicht nur Tiere präparieren kann. Und im Gegensatz zu Buttgereits Liebesleichen in NEKROMANTIK (1988) bekommt man hier wirklich eine schöne Tote zu Gesicht. Diese wird verkörpert von Cinzia Monreale, die in einer Doppelrolle als Annas Schwester Elena zu sehen ist. Kein Wunder, dass Franka Stoppi als Franks Ersatz-Mutter Iris außer sich ist vor Eifersucht. Aber sie kämpft um sein Herz, z.B. wenn sie den Körper einer Anhalterin, der Frank vorher die Fingernägel mit einer Zange gezogen hat, mit einem Beil in Stücke hackt und anschließend in einem Säurebad verschwinden lässt. Das ist wahre Liebe, und doch hat Frank nur Augen für die tote Anna übrig. Trotzdem nimmt er den Brust- und Masturbations-Service von Iris an. Dass diese unheilige Beziehung in dem beachtlichen Familiensitz (gedreht wurde auf Schloss Ratzötz) auf lange Sicht nicht gut gehen kann, dürfte klar sein. 

D’Amato nutz jede Minute, um den Zuschauer bei Laune zu halten, in dem er ihm eine Geschmacklosigkeit nach der anderen serviert und dabei auch visuell einen soliden Film fabriziert hat. Die Kamera führte er hier mal wieder selbst. Nichtsdestotrotz ist dies kein Film der schönen Bilder, sondern ein sehr brutaler, morbider, dreckiger Film, der aus jedem Winkel nach Tod stinkt und zudem gut besetzt wurde. 

SADO – STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF ist ein absoluter Klassiker des italienischen Horrorkinos, der auf mich genauso wirkt, wie er soll. 

(Bjoern Candidus)

←The Third Eye, 1966 – ★★★½
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