DIE WIEGE DES SCHRECKENS
(IT‘S ALIVE III: ISLAND OF THE ALIVE, USA, 1987, Regie: Larry Cohen)
Auch Stephen und Ellen Jarvis haben monströsen Nachwuchs bekommen. Vor Gericht kämpft Stephen Jarvis für das Recht auf Leben seines Babys. Mit Erfolg. Der Richter zeigt sich menschlich, und gemeinsam mit vier weiteren Monsterbabys wird das Jarvis-Baby auf eine einsame Insel gebracht, wo sie fortan aufwachsen dürfen. Der Tablettenhersteller, dem man nie beweisen konnte, dass sein Medikament für die Mutationen verantwortlich war, beauftragt seine Männer, die geheime Insel aufzuspüren, um die Babys auszuschalten. Mit wenig Erfolg, denn die Männer werden getötet. Fünf Jahre später lebt Jarvis getrennt von seiner Frau Ellen und leidet weiter unter seinem schlechten Ruf als Monstervater. Er schließt sich einer Expedition der Regierung an, die sich nach dem Wachstum der Babys erkundigen will.
Der dritte Teil von Larry Cohens IT‘S ALIVE-Trilogie ist ein schräger Horrorfilm, der den ernsten Ton der beiden Vorgänger etwas zur Seite schiebt und mehr auf Schauwerte setzt. Mehr Babys, mehr Action, mehr Blut, mehr Schauplätze und ganz viele Darsteller werden hier aufgefahren. Ein Teil des Films spielt auf einer Insel mit einer schönen Fels- und Dschungelkulisse. Cohen und sein Kameramann Daniel Pearl liefern sehr atmosphärische Bilder. Die Babys bekommen mehr Raum für ihre Angriffe und präsentieren sich jetzt wesentlich größer, denn schließlich sind fünf Jahre nach ihrer Aussetzung vergangen. Gingen die Vorgänger mit Blut und Gewalt noch recht sparsam um, wird hier sehr viel mehr Gore geliefert, was sicher auch dem Entstehungsjahr geschuldet sein dürfte.
Mit Michael Moriarty als Stephen Jarvis hat man diesmal eine ganz andere Vaterfigur an Bord. Sein Charakter ist verbittert und sorgt mit seinen ironischen Sprüchen für Auflockerung. Seine Frau Ellen wird von Karen Black dargestellt, die allerdings nicht viel Spielzeit eingeräumt bekommt. Aus den beiden Vorgängern konnte sich nur James Dixon als Detektive Lt. Perkins retten, der hier mit zur Expedition aufbricht. Durch die vielen Nebenfiguren kommt es zu zahlreichen Szenen, die im Grunde nichts mit der eigentlichen Story zu tun haben, aber immer dafür sorgen, dass DIE WIEGE DES SCHRECKENS nie langweilig wird. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, Cohen hat gleich zwei Teile gedreht. Bernard Herrmann ist diesmal nur in der Titel- und End-Sequenz zu hören; der eigentlich Score stammt von Laurie Johnson, der sich gut hören lässt.
Larry Cohen nutzt in DIE WIEGE DES SCHRECKENS jede Minute, um dem Zuschauer einen unterhaltsamen Horrorfilm zu liefern.
(Bjoern Candidus)
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