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The Skull, 1965 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DER SCHÄDEL DES MARQUIS DE SADE
(THE SKULL, GB, 1965, Regie: Freddie Francis)

Christopher Maitland, ein Autor über das Okkulte und Sammler obskurer Gegenstände, bekommt von seinem Stammhändler Anthony Marco den Schädel des berühmt berüchtigten Marquis de Sade angeboten. Der Schädel wurde einst von einem Phrenologen aus dem Grab des Marquis gestohlen, der kurz nach dem kochen des Schädels getötet wurde. Maitland zweifelt die Echtheit des Schädels an, aber Marco kann ihn soweit überzeugen. Maitland handelt den Preis herunter und möchte einen Tag Bedenkzeit. Zwischenzeitlich erfährt Maitland, dass seinem Freund Sir Matthew Phillips der Schädel gestohlen wurde. Eigentlich wurde Phillips geradezu befreit. Er behauptet von dem Schädel geht eine böse Macht aus, die wie ein Fluch auf einem lastet. Als Maitland Marco aufsucht, findet er diesen tot in seiner Wohnung vor. Er nimmt den Schädel an sich, und die Dinge nehmen ihren Lauf.

An großen Namen mangelt es diesem Horrorfilm aus den britischen Amicus-Studios wahrlich nicht. Regie führte Freddie Francis, die Vorlage stammt von Robert Bloch, das Drehbuch von Milton Subotsky (1921 ‑ 1991) und vor der Kamera versammeln sich Peter Cushing, kurz Christopher Lee und noch kürzer Michael Gough, so wie Patrick Magee und Patrick Wymark. 

Schon in der im frühen 19. Jahrhundert angesiedelten Eröffnungs-Sequenz, wenn auf dem Friedhof das Grab des Marquis de Sade geöffnet wird, steht die Inszenierung auf Grusel-Atmosphäre, wie man sie von den Hammer-Studios oder aus dem Roger Corman Poe-Zyklus kennt. Wenig später macht die Story einen Sprung in die 1960er-Jahre und nimmt einen anderen Ton an. Schon während einer Auktion in der Sir Matthew Phillips (Christopher Lee) vier Skulpturen ersteigert, wird klar, dass sich DER SCHÄDEL DES MARQUIS DE SADE mit okkulten Themen beschäftigt, zumindest in der Darstellung. Inhaltlich ist hier leider nicht viel zu erwarten, außer eine absurde Geschichte um den ach so bösen Marquis de Sade, dessen grausamen Ideen über seinen Tod hinaus weiter existieren, und zwar in seinem Schädel, der hin und wieder auch munter durch die Luft schweben kann und den Geist seines aktuellen Besitzers ordentlich quält, bevor er Schlimmeres mit ihm vorhat. 

Doch Francis hat es, trotz inhaltlicher Schwächen, verstanden, mich zu gruseln. Eine unheilschwangere Atmosphäre ist permanent zu spüren, die okkulten Figuren, Relikte und Bücher, die überall zu sehen sind, unterstreichen diese. Auch der Score von Elisabeth Lutyens trägt zu den unheilvollen Momenten bei. In erster Linie wird die Inszenierung aber von Peter Cushing als Christopher Maitland getragen. Cushing ist immer authentisch und Paranoia und Wahnvorstellungen stehen im gut zu Gesicht. 

Sieht man von der flachen Story und einem Mangel an Schauwerten ab, ist DER SCHÄDEL DES MARQUIS DE SADE insgesamt ein gut fotografierter, glänzend besetzter Horrorfilm mit einer gruseligen Atmosphäre. Auch wenn es kaum Unterschiede zu Blochs Vorlage gibt, funktioniert diese in geschriebener Form allerdings besser.

Ein stärkerer Vertreter aus dem britischen Okkult-Horrorkino ist DIE BRAUT DES TEUFELS (1968), der mir hier durchaus in den Sinn kam. 

(Bjoern Candidus)

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