DRACULA UND SEINE BRÄUTE
(THE BRIDES OF DRACULA, GB, 1960, Regie: Terence Fisher)
Marianne Danielle reist nach Transsilvanien, um ihre Stelle als Lehrerin in einem Mädchen-Pensionat anzutreten. Doch das Land ist geprägt von Aberglaube, was dazu führt, dass der Kutscher seine Fahrt in der Dunkelheit nicht fortsetzt. Marianne wird gezwungen, die Reise zu unterbrechen und in einem Wirtshaus einzukehren. Kurz darauf fährt eine weitere Kutsche vor, aus der die Baronin Meinster steigt. Als die Baronin Marianne begegnet, bietet sie der jungen Frau an, auf ihrem Schloss zu nächtigen. Trotz der Warnung der Wirtin, nicht mit der Baronin zu fahren, lässt sich Marianne nicht abhalten. Auf dem Schloss trifft Marianne dann auf Baron Meinster, der mit Ketten an den Füßen von seiner Mutter gefangen gehalten wird. Als ihn Marianne zur Flucht verhilft, ahnt sie nicht, welchen Schaden sie damit anrichtet.
Nach einer Einführung mittels Off-Kommentar über die unheimliche Gegend von Transsilvanien, dem Tod von Dracula und das Weiterleben seine Nachfolger, startet DRACULA UND SEINE BRÄUTE, der als zweiter Teil um Christopher Lee als Graf Dracula geplant war. Im Grunde ist es auch der zweite Teil, doch Lee taucht hier überhaupt nicht auf. In früheren Drehbuchfassungen sollte er als eine Art Geist am Ende einen Auftritt haben. Doch Lee hatte (angeblich) keine Lust auf die Rolle und so bleibt es hier lediglich bei zwei Erwähnungen des Namen Draculas. Dafür kehrt jemand anderes zurück in die Rolle, die er auch im Vorgängerfilm bekleidete: Peter Cushing als Professor Van Helsing.
Aber auch Terence Fisher kehrte zurück auf den Regiestuhl und setzte die inszenatorische Stärke seines Vorgängers fort. DRACULA UND SEINE BRÄUTE zeigt sich ab der ersten Minute an mit schaurig schönen Gothic-Horrorbildern. Düstere Gemäuer, bunte Bleiglasfenster und die unheimliche Landschaft Transsilvaniens dürften das Herz eines jeden Vampir-Fans in die Höhe schnellen lassen. Phantastische Studiokulissen in märchenhaften Farben und Matte Paintings bestimmen das Bild und halten die gruselige Atmosphäre hoch. Visuell kann man der Inszenierung wahrlich nichts vorwerfen und sie darf sich zu einer der schönsten Hammer-Produktionen zählen. Dafür scheint es inhaltlich manchmal ein bisschen zu haken. Die Story ist dabei weniger überzeugend und tritt manchmal etwas auf der Stelle. Der Ausgleich kommt aber mit den Figuren. David Peel tritt als Baron Meinster das Erbe von Christopher Lee an und gibt als blonder Vampir eine gute Performance ab. Die beiden alten Frauenzimmer, die ihn behüten, wirken allerdings noch unheilvoller. Baronin Meinster wird von Martita Hunt verkörpert, die eine höchst unangenehme Ausstrahlung mitbringt. Auch Freda Jackson tut als Handlangerin ihr Bestes, um hexenhaft zu wirken. Dynamisch und überzeugend wie eh und je ist Peter Cushing als Van Helsing, der gegen Ende erneut in den Action-Modus schaltet, wenn es um die Vernichtung des Vampirs geht. Eher beiläufig und irgendwie austauschbar, erscheint Yvonne Monlaur als Marianne Danielle. Und wer genau hinschaut, erkennt auch das Hammer-Urgestein Michael Ripper auf dem Kutschbock sitzen.
Ein unheilvolles Schloss,
Fledermäuse mit leuchtenden Augen, heulende Wölfe, aggressive Vampire, sinistre Frauen und ganz viel Gruselatmosphäre bietet DRACULA UND SEINE BRÄUTE.
(Bjoern Candidus)
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