SHADOW HOURS
(USA, 2000, Regie: Isaac H. Eaton)
Michael (Getty) hat eine drogendurchseuchte Vergangenheit hinter sich und arbeitet jetzt am Nachtschalter, um für seine Frau und sein kommendes Kind zu sorgen. Ein Job, der alles andere als schön ist. Da kommt ihm der Autor Stuart Chappell (Weller) gerade recht, denn der nimmt ihn immer wieder mit auf eine Reise ins Nachtleben, die immer mehr eskaliert.
Es ist nicht einfach, Isaac H. Eatons Film zu sortieren. Hier wird etwas Drama, Krimi und Action serviert, aber trotzdem wird nichts davon wirklich ausführlich bedient. SHADOW HOURS ist eher ein zeittypisches Konglomerat aus beliebten Themen wie Mord, Drogen, Sex, Beziehungsdrama und miesen Typen. Nicht nur einmal musste ich an das dornige Kino von Abel Ferrara denken, auch wenn es hier nicht ganz so konsequent zugeht.
Isaac H. Eaton präsentiert eine gut eingefangene L.A.-bei-Nacht-Stimmung, in die er Balthazar Getty (bleibt blass), Peter Weller (großartig), Rebecca Gayheart (was für eine Langweilerin), Brad Dourif (wie immer herrlich), Peter Greene (irgendwie durch, aber super) und Michael Dorn (mehr Randfigur geht nicht) stößt. Eaton konzentriert sich sehr auf die Figuren. Vor allem überzeugt Peter Weller als Stuart Chappell, der Balthazar Getty als Michael immer mehr in sein Netz spinnt und langsam vergiftet, während er ihm versucht, die Unterwelt von LA schmackhaft zu machen.
Bars, Technoclubs, SM-Partys, Fightclubs und eine Tankstelle sind die Hauptschauplätze von diesem sehr kurzweiligen Trip ins Nachtleben von LA. Brian Tyler kredenz einen treibenden Electro-Score, und weitere Tracks stammen u.a. von Moby und Fluke, die einem die Entstehungszeit des Films noch mal doppelt bewußt macht.
SHADOW HOURS ist ein durchaus interessanter Film mit einem glänzenden Peter Weller und einer dichten Großstadt-bei-Nacht-Atmosphäre. Eigentlich nichts Besonderes, aber sehr gut guckbar, um sich zu entspannen.
(Bjoern Candidus)
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