SONATINE
(SONACHINE, Japan, 1993, Regie: Takeshi Kitano)
Murakawa (Kitano spielt mal wieder ausgezeichnet) langweilt sich als Yakuza, der erfolgreich ist und eigentlich alles hat. Dennoch fühlt er sich leer, traurig und möchte aussteigen. Auch sein Boss möchte, dass er aussteigt, und zwar aus dem Leben.
Regisseur und Schauspieler Takeshi Kitano serviert hier ein sehr entschleunigtes Yakuza-Drama mit teils sehr schrägen Momenten und Figuren, die mich manchmal etwas ratlos zurückließen. Aber genau das ist es auch, was den Film sehr faszinierend macht. Die Handschrift des Regisseurs, die Art wie er inszeniert und mit den Gefühlen der Figuren und des Zuschauers spielt, ist außergewöhnlich. Kitano erzeugt eine Sogwirkung, die einen mit in seine Traumwelt zieht. Die Fotografie ist toll, der Score von Joe Hisaishi lädt zum schweben ein.
SONATINE pendelt zwischen absurden und harten Momenten hin und her, präsentiert kompromisslose, aber auch zweifelnde Figuren in einer räudigen Welt. Sehr gut.
(Bjoern Candidus)
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