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A Better Tomorrow III: Love and Death in Saigon, 1989 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

HEXENKESSEL SAIGON
(YING HUNG BOON SIK III: JIK YEUNG JI GOR, Hongkong, 1989, Regie: Tsui Hark)

Im Jahre 1974 reist Mark in seine Heimat, Vietnam, um seinen Onkel und seinen Cousin Michael nach Hongkong zu bringen. Kurz vor Ende des Krieges ist die Situation durch den Vietcong weiter gefährlich. Immer wieder kommt es zu Kämpfen und Aufständen in Saigon. Schon bei der Einreise am Flughafen gerät er bereits in Schwierigkeiten mit dem Gesetz, doch Hilfe ist nicht weit. Die schöne Kitty Chow lässt ihren Einfluß spielen und bekommt ihn frei. Um an Geld für die Rückreise zu kommen, lassen sich Mark und sein Cousin Michael auf einen Auftrag von Kitty ein, den sie erfolgreich ausführen, bevor sie zurück nach Hongkong fliegen. Als Kitty auch in Hongkong auftaucht, um Mark zu besuchen, bahnt sich eine komplizierte Beziehung an, die schnell Opfer mit sich bringt. 

Mit A BETTER TOMORROW (1986) und A BETTER TOMORROW II (1987) wurde die Messlatte von John Woo für einen 3. Teil extrem hochgelegt. Obwohl er für diesen ein Drehbuch schrieb, kam es am Ende doch ganz anders. Es kam zu Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen bezüglich der Weiterführung der Charaktere. Woo war raus als Regisseur, Tsui Hark war drin, der bereits die Story zu Teil 2 schrieb. Doch statt A BETTER TOMORROW II fortzusetzen, hat man mit HEXENKESSEL SAIGON eine Art Prequel gedreht, in dem erneut Chow Yun-fat als Mark zu sehen ist, dessen Vorgeschichte hier erzählt wird. An seiner Seite steht Tony Leung Ka-fai als sein Cousin Michael und Saburō Tokitō als sein Onkel. Neben Chow Yun-fat darf sich aber vor allem Anita Mui als Kitty Chow behaupten, die nicht nur einflussreich, sondern auch tödlich sein kann. Ihr unterkühltes Spiel gefiel mir. Doch insgesamt haben mich die Figuren ziemlich kalt gelassen und von der Coolness der beiden Vorgängerfilme ist auch nichts mehr übrig. Stattdessen bekommt man einen über zweistündigen Film geliefert, der zwischen Hongkong und Saigon hin und her pendelt und sich sehr in langweiligem Gerede verirrt und hin und wieder ein paar Action-Szenen liefert, die aber die Magie von John Woo vermissen lassen. Tsui Harks Inszenierungsstil in Sachen Action wirkt sehr viel grober, fast unbeholfen und vor allem langweiliger. Abgesehen von ein paar Schießereien bei Demonstrationen, bekommt man erst im Finale Blut zu sehen, wenn geschossen wird oder man ein Krankenhaus voller verletzter Kinder aufsucht. Eine nette Mark vs. Panzer – Szene entschädigt die vielen eher mauen vorausgegangenen Minuten, in denen mal einer erschossen wird oder etwas explodiert.

Auch wenn Hark nicht die Illusion eines Filmes erwecken kann, der 1974 spielt, hat mir die Atmosphäre teilweise gut gefallen. Besonders die Szenen, die am Abend spielen, sind sehr schön ausgeleuchtet und entsprechen sehr viel mehr der Zeit, in der sie entstanden sind als der Zeit, in der sie spielen sollen. Doch das kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass mich die Story einfach nicht packen konnte und sich alles viel zu lang gedehnt hat. Immerhin wurde man fast durchweg mit einem guten Score von Lowell Lo und David Wu berieselt. 

Fade Action, Drama, Liebe, politische Konflikte, Gangster und viel Geschwätzigkeit sind die Zutaten von HEXENKESSEL SAIGON, der als eigenständiger Film okay ist, aber als Vorgeschichte zu Mark eher überflüssig erscheint. 

(Bjoern Candidus)

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