DER LEICHENWAGEN
(THE HEARSE, USA, 1980, Regie: George Bowers)
Nach ihrer Scheidung beschließt Jane Hardy in das Haus ihrer Tante auf dem Land zu ziehen, was sie kürzlich geerbt hat. Doch sowohl der Nachlassverwalter als auch viele andere Bewohner des kleinen Städtchens Blackford verhalten sich wenig freundlich gegenüber Jane, denn ihre Tante hat alles andere als positive Spuren hinterlassen.
Einen essentiellen Klassiker des Horrorfilms hat George Bowers hier sicherlich nicht geschaffen, aber dennoch einen kleinen charmanten Film, der die Bereiche des Okkulten mit Elemente des Geisterfilms kombiniert. Gerade das ländliche Setting gefällt mir, und samt der Ausstattung und der ruhigen Hand, mit der inszeniert wurde, wirkt die Inszenierung gleich zehn Jahre älter. Auch die Besetzung ist durchaus gelungen. Neben Trish Van Devere, die man z.B. aus THE CHANGELING (1980) kennt, ist natürlich Joseph Cotton zu erwähnen, der mal wieder eine negative Laune verbreitet.
Auch wenn ich grundsätzlich subtilen, schleichenden Horror mag und die Story durchaus okay ist, ist die Inszenierung teilweise zu lahm oder tritt mit ständigen Wiederholungen auf der Stelle. Der teils schwermütige Score von Webster Lewis unterstreicht die Sauerstoffarmut. Die Atmosphäre ist zwar konstant unheimlich und wird durch Regen und Gewitter unterstützt, aber es mangelt einfach an Schauwerten. Es bringt nichts, mit POV-Sequenzen, die ganz klar als Hommage an HALLOWEEN (1978) zu verstehen sind, ein nahendes Unheil immer wieder anzukündigen, wenn dann doch nichts passiert. Immerhin kann das Auftauchen des Leichenwagens samt Chauffeur für ein bisschen Grusel sorgen. Neben LANDHAUS DER TOTEN SEELEN (1976) und PHANTASM (1979) ist Bowers Film der dritte Horrorfilm in Folge, in dem ein Leichenwagen ein wichtiges Motiv darstellt.
Wer es ruhig und gediegen mag, wird mit DER LEICHENWAGEN sicherlich etwas anfangen können. Wer Horror und Effekte sucht, sollte erst gar nicht einschalten.
(Bjoern Candidus)
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