MACABRO – DIE KÜSSE DER JANE BAXTER
(MACABRO, Italien, 1980, Regie: Lamberto Bava)
Jane Baxter, die ihren Mann betrügt, zieht das Unheil an, was an einem Tag auf sie einbricht. Erst ertrinkt ihr kleiner Sohn in der Obhut ihrer Tochter in der Badewanne, dann wird ihr Liebhaber bei einem Autounfall von einer Leitplanke geköpft. Nachdem sie ein Jahr in einer Nervenklinik verbracht hat, kehrt sie in das Haus nach New Orleans zurück, in dem sie ihren Ehemann betrogen hat. Bewohnt wird das Haus von dem blinden Robert, der Jane besonders anziehend findet. Doch Jane ist in Gedanken nur bei ihrem verstorben Liebhaber und verliert sich immer mehr in krankhafte Phantasien.
Lamberto Bavas erste eigene Regiearbeit, MACABRO – DIE KÜSSE DER JANE BAXTER, ist ein Sonderling, der einem viel Zeit abverlangt, bevor er ein paar derbe Highlights liefert. Nach einem zackigen Anfang, der Janes Schicksal zeigt, setzt sich die Inszenierung erst mal. Bava lässt die Story kriechen und lässt sich einen immer wieder fragen, um was es hier genau gehen soll. Bernice Stegers wirkt als Jane Baxter unnahbar, bewegt sich schläfrig durchs Geschehen oder zieht blank. Noch weniger Leben kommt mit dem blinden Robert ins Spiel, der von Stanko Molnar dargestellt wird. Beide sind hier die Hauptfiguren, und bis auf wenige Ausnahmen, auch die einzigen Figuren, die MACABRO zu bieten hat. Größtenteils findet die Handlung im Haus statt, was zumindest sehr atmosphärisch eingefangen wurde. Der Farbanstrich und die Ausstattung erinnert insgesamt etwas an Lucio Fulcis sogenannter Gates of Hell – Trilogie. Die wenigen Außenaufnahmen, die man in New Orleans gedreht hat, verstärken das Bild. Im Finale dringt Bava dann in die Welt der Nekrophilie vor und lässt einen gleich zwei mal an Joe D’Amatos SADO – STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF (1979) denken.
Aber dann ist der Film auch schon zu Ende.
MACABRO – DIE KÜSSE DER JANE BAXTER ist ein sperriges Psycho-Krimi-Horror-Drama, was leider über große Strecken spannungsarm vor sich her plätschert, um einen im letzten Drittel endlich versöhnlicher zu stimmen.
(Bjoern Candidus)
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