THE TRIP
(USA, 1967, Regie: Roger Corman)
Paul Groves steckt in einer Lebenskrise. Seine Frau hat die Scheidung eingereicht und sein Job als Regisseur für Werbeclips ödet ihn zunehmend mehr an. Sein bester Freund, John, schlägt ihm einen LSD-Trip vor, um neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln. Paul ist begeistert von der Idee und begibt sich vertrauensvoll in die Hände von John, der seinen Trip überwacht.
Roger Cormen war stets für Überraschungen gut, hangelte sich als Regisseur oder Produzent von Film zu Film und von Genre zu Genre. Mit THE TRIP, der auf einem Drehbuch von Jack Nicholson basiert, machte er Halt beim Drogenfilm. Es geht um LSD, was damals sehr angesagt war. Und so startet der Film auch mit einer Warnung über die Droge, was im weiteren Verlauf weniger der Fall ist. Die Gefahr wird thematisiert und durch John als Aufpasser von Paul ernstgenommen. Der moralische Zeigefinger wird aber glücklicherweise nicht erhoben. Paul wird von Peter Fonda dargestellt, dem man die Faszination seines Trips durchaus abkauft. Wunderbar ins Bild passt auch Bruce Dern als drogenerfahrener John, der kluge Ratschläge gibt. Und von wem stammt das Lysergsäurediethylamid? Natürlich von Dennis Hopper, der hier kurz als Hippie-Drogen-Guru Max zu sehen ist. Die weibliche Seite wird von Susan Strasberg als Pauls Ehefrau Sally und Salli Sachs als Glenn vertreten.
Corman schickt Fonda auf einen schrägen Trip, der einem die psychedelischen Seiten der 60er-Jahre wunderbar vor Augen führt. Buntbemalte Wände, verlaufende Farben und Formen projiziert auf tanzende Hippies, Fantasywelt mit finsteren Reitern, ein kurzer Abstecher ins Haus der Ushers und ein Besuch in einem Waschsalon halten THE TRIP in Bewegung. Einige Halluzinationen erlebt man nur durch die Beschreibung von Paul, andere werden einem förmlich in die Augen gehämmert. Epileptiker sollten um diesen Film einen weiten Bogen machen. Passend untermalt wird der bunte Trip vom Psychdelic-Jazz-Rock der Band The Electric Flag.
THE TRIP ist ein phantasievoller Drogenfilm über den Ausbruch aus dem Alltag, die Suche nach einer Erleuchtung und dem Sinn hinter den Dingen, die Paul beschäftigen. Ein Film seiner Zeit, durch und durch.
(Bjoern Candidus)
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