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Warrior of the Lost World, 1983 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

THE LAST WARRIOR – DER KÄMPFER EINER VERLORENEN WELT
(IL GIUSTIZIERE DELLA TERRA PERDUTA, Italien, USA, 1983, Regie: David Worth)

Nachdem ein Atomkrieg gewütet hat und große Teile der Erde verstrahlt wurden, hat sich unter den Überlebenden und ihren Kindern eine neue Ordnung aufgetan, die unter der Herrschaft von Prossor für Angst und Schrecken sorgt. Wer sich dem System widersetzt, wird öffentlich hingerichtet. In dieser Welt ist auch The Rider auf seinem Motorrad unterwegs, der zur Hoffnung der geheimnisvollen Widerstandsbewegung wird. 

Wenn ein Film nur auf einem Plakat basiert, was einen noch nicht gedrehten Film ankündigen soll, dann kommt so was wie THE LAST WARRIOR dabei heraus. Regie führte David Worth, der aufgrund des Umstands, dass es statt einem Drehbuch nur ein Poster gab, auch noch eins selbst schreiben musste. Der Auftrag: Mach was mit Endzeit, nimm einen Typen wie Mad Max, bastel noch einen totalitären Staat mit rein und drehe in Fabrikhallen und Steinbrüchen und vergiss die Action mit coolen Vehikel nicht. 

Die Weltpremiere fand im Januar 1983 in Italien statt. THE LAST WARRIOR ist also der erste Film des Italo-Endzeit-Jahrs 1983. Und so bekommt man schon am Anfang des Jahres die Elemente geboten, die immer wie aufgegriffen wurden. Die Ursprünge sind natürlich bei MAD MAX 2 (1981) und ESCAPE FROM NEW YORK (1981) zu finden, aber auch in Castellaris THE RIFFS (1982).

In den italienischen Endzeitfilmen diesen Jahrgangs geht immer ein Atomkrieg voraus, der eine zerstörte Welt mit wenigen Menschen hinterlassen hat, die sich zu Gruppen zusammenrotten oder im Alleingang versuchen, zu überleben. Die Handlungen liegen weit in der Zukunft, aber nur vom Produktionsjahr ausgehend. Nicht selten haben wir die Zeitangabe der Story längst eingeholt, ebenso die Probleme. In dieser damaligen Zukunft gibt es meistens eine fortschrittliche Technik, während man sich in anderen Bereichen wieder Richtung Mittelalter bewegt. All das begegnet einem auch in THE LAST WARRIOR, nur leider weniger gelungen als in den Filmen, die von Martino, Castellari, D‘Amato und Co zum Thema folgen sollten. 

Mit Robert Ginty, der vorher als EXTERMINATOR (1980) auf den Putz gehauen hat, ist man im Grunde gut bedient. Er ist nun mal kein Mel Gibson als Max, aber immerhin ein Typ mit einem Motorrad mit eingebautem Computer, der mit ihm sprechen kann. Sicher eine erste Reaktion auf die Serie KNIGHT RIDER (1982-1986). Das sorgt allerdings auch für ein paar sehr albernen Momente, die eigentlich nicht zum Rest passen. Leider kommt es immer wieder zu freiwilliger oder unfreiwilliger Komik, die die Inszenierung etwas abwürgt. Worth sorgt für viel Action, doch diese ist leider größtenteils sehr holprig inszeniert. Andererseits ist THE LAST WARRIOR aber auch recht rasant, und Worth sorgt dafür, dass man sich kaum lange aufhält, bevor es zum nächsten Ort des Geschehens geht. Neben Ginty, Fred Williamson als Hanchman und Persis Khambatta als Nastasia ist auch Legende Donald Pleasence als Diktator Prossor an Bord, der auch nicht seine beste Leistung abliefert, aber irgendeinen Führer braucht das System ja, was seinen Schrecken mit dem Omega-Symbol verbreitet. 

THE LAST WARRIOR – DER KÄMPFER EINER VERLORENEN WELT hat gute Ideen, die meistens weniger gut umgesetzt wurden, liefert wenig Spannung, dafür genug Action, um nie zu langweilen, aber schließt ab mit einem fürchterlichen Ende, bei dem es zu einer schrecklichen Gesangseinlage kommt, mit der ich nun wirklich nicht gerechnet habe. Der restliche Score von Daniele Patucchi ist hingegen hörenswert. 

(Bjoern Candidus)

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