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The Psychic, 1977 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIE SIEBEN SCHWARZEN NOTEN
(SETTE NOTE IN NERO, Italien, 1977, Regie: Lucio Fulci)

Bereits in ihrer Kindheit wurde Virginia von einer Vision heimgesucht, die sie den Selbstmord ihrer Mutter sehen ließ, der sich dann bewahrheitete. Viele Jahre später hat sie erneut eine Vision, in der eine Frau getötet und in einem Loch in der Wand eingemauert wird. Als sie das Landhaus ihres Mannes Francesco renovieren möchte, stößt sie auf eine frisch verputzte Wand, hinter der sich eine Frauenleiche befindet. Die Polizei steht vor einem Rätsel, glaubt aber den Täter in Francesco gefunden zu haben, der aber mit einem Alibi aufwartet. Von Virginias Visionen will die Polizei hingegen nichts wissen. Diese erhält dafür Hilfe vom Parapsychologen Dr. Luca Fattori, der das Rätsel um ihre Visionen versucht zu lüften.  

Lucio Fulcis vierter Besuch in der Welt des Giallo ist ein durchaus gelungener Versuch, Thriller-Elemente mit dem Übersinnlichen zu kombinieren, ähnlich, wie es Marcello Andrei mit PSYCHO MANIACS (1974) gemacht hat. Die Story und das Drehbuch stammen aus der Feder von Fulci und Dardano Sacchetti, die sich wohl bei WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN (1973) ihre Inspiration geholt haben. Aber auch Edgar Allan Poes Geschichte „Die schwarze Katze“ (1843) blitzt auf, der sich Fulci auch 1981 mit BLACK CAT annäherte. Doch DIE SIEBEN SCHWARZEN NOTEN hat genug eigenen Charakter, um sich als Thriller zu behaupten. 

Schon zu Beginn fällt das ländliche Setting ins Auge, was mal nicht Italien, sondern die Küste Englands zeigt. Später geht es, zumindest inhaltlich, nach Italien, wo Virginia das Landhaus ihres Mannes Francesco aufsucht. Virginia wird von Jennifer O‘Neill verkörpert, die ihre Rolle sehr überzeugend spielt und wie Ida Galli als Gloria phantastisch eingefangen wurde. Die männliche Seite wird durch Gianni Garko als Francesco, Marc Porel als Luca Fattori und Gabriele Ferzetti als Emilio vertreten. Die gesamte Besetzung ist außerordentlich stark und setzt die Qualität seines Giallos DON‘T TORTURE A DUCKLING (1972) fort. Kameramann Sergio Salvati konzentriert sich sehr auf die Gesichter der Figuren und liefert verspielte Kamerafahrten, um sich den Geheimnissen in DIE SIEBEN SCHWARZEN NOTEN zu nähern. Der Sog in die mysteriöse Geschichte funktioniert nicht nur durch die Suche der Protagonisten und der Spuren, die sie finden, sondern besonders über den Score des Trios Fabio Frizzzi, Franco Bixio und Vince Tempera, der bis zum Ende eine gewichtige Rolle spielt. 

Fulci baut die Spannung langsam auf, liefert sehr atmosphärische Szenen an vielen unterschiedlichen Schauplätzen, blickt in manchen Momenten schon in Richtung seiner (so genannten) Gates-of-Hell-Trilogie und schließt mit einem starken Finale ab, was vielleicht sein bestes ist. 

DIE SIEBEN SCHWARZEN NOTEN ist ein sehr spannender, hypnotischer, stark besetzter Giallo, der in Fulcis Filmografie weit vorn anzusiedeln ist. 

(Bjoern Candidus)

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