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Revenge of the Dead, 1983 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

ZEDER – DENN TOTE KEHREN WIEDER*
(ZEDER, Italien, 1983, Regie: Pupi Avati)

Stefano bekommt von seiner Freundin Alessandra eine Schreibmaschine geschenkt, auf der er ein Farbband entdeckt, was eine geheimnisvolle Nachricht bereithält. Dort ist die Rede von Toten, die wieder auferstehen, was ihn dazu animiert, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch schnell stellt er fest, dass dies eine schlechte Idee war.

Pupi Avatis ZEDER gehört für mich zu den spannendsten Italo-Horrorfilmen. Avati verknüpft hier sehr geschickt Giallo-, Zombie- und Mystery-Elemente und liefert wie schon mit DAS HAUS DER LACHENDEN FENSTER (1976) unheimliche Bilder im Tageslicht. Denke ich an Avati, denke ich unweigerlich an Unheimliches, was im Licht der Sonne auf den Protagonisten wartet, ähnlich wie in TÖDLICHE FERIEN (1970), TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) oder EIN KIND ZU TÖTEN (1976). 

Ein weiterer, sehr wirkungsvoller Star des Films ist die Ruine Colonia Provincia Varese, einem früheren Feriendomizil der italienischen Faschisten, was man im Zweiten Weltkrieg kurze Zeit als Gefängnis und Krankenhaus umfunktionierte, bevor es für ewig geschlossen wurde. Hier liegt eine der K-Zonen, in denen die beerdigten Toten wieder auferstehen. Kennern von Stephen Kings Roman „Friedhof der Kuscheltiere“ wird das irgendwie bekannt vorkommen, und auch am Ende werden sie ein Déjà-vu erleben. Allerdings ist es auszuschließen, dass der eine vom anderen abgeguckt hat, denn ZEDER wurde im August 1983 veröffentlicht, während Stephen Kings Roman im November des gleichen Jahres das Licht der Welt erblickte. Während es bei Stephen King ein Indianerfriedhof mit einer Geschichte ist, lässt einen Avati in einem Raum voller Fragen oder angeschnittenen Antworten stehen, und genau das ist eine der Stärken seiner Inszenierung. Häppchenweise bekommt der Protagonist Stevano, dargestellt von Gabriele Lavia, Anhaltspunkte geliefert und dringt immer Tiefer in eine geheimnisvolle und gefährliche Welt ein, in der er am besten nur sich selbst vertraut. Bei der Spurensuche funktioniert ZEDER wie ein Giallo, und auch der ein oder andere Mord ist so aufgebaut. Romero- oder fulcieske Zombie-Fress-Orgien sind hier hingegen absolut nicht zu finden. Insgesamt legt Avati sehr viel Wert auf Atmosphäre, Geräuschkulisse und Setting und steht somit doch auch wieder etwas in der Tradition von Fulcis (so genannter) „Gates of Hell – Trilogie“, aber ist in der Darstellung viel gediegener. Die Zurückhaltung wirkt sich in allen Belangen positiv aus, und es sind vor allem die Dinge, die man nicht sieht, die hier für Unbehagen sorgen. 

Nicht ganz so glänzend ist die Besetzung, denn Gabriele Lavia hat leider nicht das Talent, mich als Zuschauer auf der Sympathie-Ebene abzuholen. Die Figur von Stefano ist mir egal, im Gegensatz zu der Geschichte, in die er verwickelt wird. Somit ist es gleich, wer seine Rolle bekleidet, denn alles andere ist viel spannender und funktioniert astrein. Gleiches gilt auch für die anderen Figuren, die hier auftauchen. Vieles bleibt unausgesprochen, manches wird gerade zu zerredet oder verwirrt einen noch mehr, doch das habe ich hier nie als störend empfunden, ganz im Gegenteil. Viel störender ist hingegen der sehr aufdringliche Score von Riz Ortolani, der sogar für mich die größte Schwäche des Films darstellt, und ich mag Ortolani. 

ZEDER durchzieht eine Atmosphäre der Angst, der Paranoia und lässt einen kaum erahnen, was als nächstes passiert. Seit ich Avatis Film Mitte der 90er-Jahre gesehen habe, hat sich die oben erwähnte Ruine in mein Hirn gebrannt, die im Finale für eindrückliches italienisches Horrorkino sorgt, was es in den 80er-Jahren nur noch sehr selten gegeben hat.

ZEDER – DENN TOTE KEHREN WIEDER ist spannend, toll fotografiert, bedient sich sehr atmosphärischen Schauplätzen und sei somit allen Freunden italienischer Thriller- und Horror-Kost empfohlen.

(Bjoern Candidus)

*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“

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